Trump: Energieabkommen Berlin-Moskau traurig

Trump: Energieabkommen Berlin-Moskau traurig

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch das Energieabkommen zwischen Berlin und Moskau kritisiert und erklärt, dass Russland Deutschland durch die Energieressourcen kontrolliert.

„Ich finde es sehr traurig, wenn Deutschland ein groß angelegtes Abkommen mit Russland über Öl und Gas schließt“, sagte Trump am Mittwoch bei einem Arbeitsfrühstück mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor dem Gipfeltreffen der Allianz. „Ich glaube, dass Deutschland eine Geisel für Russland ist, weil Deutschland so viel Energie von Russland bekommt.“

„Wir verteidigen also Deutschland, wir verteidigen Frankreich, wir verteidigen andere Länder, und viele Länder schließen mit Russland eine Vereinbarung über die Gaspipeline ( Nord Stream 2 ) und zahlen Milliarden von Dollar in Russlands Brieftaschen … und ich denke, das ist nicht gut“, sagte Trump.

Er erinnerte daran, dass der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder einer der Leiter des Gaspipeline-Projekts ist und dass „Deutschland durch Erdgas (fast 70%) von Russland kontrolliert wird“.

Er betonte, dass eine solche Abhängigkeit Deutschlands von der Russischen Föderation auf dem Gebiet der Energie negative Auswirkungen auf die NATO hat, und fügte hinzu, dass die Allianz sich mit Berlin über das Thema besprechen muss.

Stoltenberg reagierte auf die Kritik an Trump. „Die NATO ist ein Zusammenschluss von 27 Ländern und zwischen ihnen gibt es Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten, und ein Gasabkommen zwischen Russland und Deutschland ist auch ein Thema, das kontrovers diskutiert wird, aber die Stärke der NATO liegt in der Tatsache, dass trotz dieser Unterschiede alle bereit sind, zusammen zu kommen und einander zu schützen.“ Der NATO-Generalsekretär betonte, dass „auch in der Ära des Kalten Krieges, die NATO-Staaten mit Russland gehandelt haben.“

Wie berichtet, erhielt die Nord Stream 2 AG im März die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Gaspipeline in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Anfang Januar wurde die Genehmigung für den Bau des Offshore-Abschnitts der Nord Stream 2-Gaspipeline in den Hoheitsgewässern Deutschlands (innerhalb von 12 Seemeilen) und seiner Landfläche erteilt.

Die Nord Stream 2-Gaspipeline wird durch die Ostsee führen und die rusischen Lieferanten mit den Verbrauchern in Europa verbinden, ihre Länge wird mehr als 1.200 Kilometer betragen. Es wird davon ausgegangen, dass die Kapazität der Gaspipeline 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr betragen wird. Die Kosten des Projekts werden auf fast 10 Milliarden Euro geschätzt. Partner für das Projekt: Gazprom, Engie, OMV, Shell und die zwei deutsche Unternehmen BASF und Uniper.

[hmw/russland.NEWS]

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