Traurige Posse: Russischer Bräutigam in Ukraine verhaftet

Ukrainischer Grenzschutz stoppt Reisenden ins Eheglück - Braut rettet Bräutigam aus Extremismusverdacht - drei Jahre Einreiseverbot abgewendet

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Die Onlinezeitung Tajmer aus Odessa berichtet heute eine außergewöhnliche Geschichte rund um die russisch-ukrainischen Spannungen. Ein russische Mann namens Oleg fährt zur Hochzeit mit seiner ukrainischen Freundin Anna nach Odessa – und wird schon an der Grenze verhaftet, weil man ihn verdächtigt, prorussische Kundgebungen zu unterstützen. Doch damit nicht genug.

Der Sankt Petersburger fuhr laut der südukrainischen Zeitung per Linienbus von Sankt Petersburg nach Odessa in den russischsprachigen Teil der Ukraine. Dort war er schon lange mit seiner dortigen Freundin liiert und nicht zuletzt angesichts der kommenden Visumspflicht für Russen in der Ukraine beschlossen sie, nun auch den Bund der Ehe einzugehen, um ohne Visumpflichten ihre gemeinsame Zeit in Liebe verbringen zu können.

Bräutigam Oleg staunte nicht schlecht, als er auf dem Weg zur Braut vom ukrainischen Grenzschutz verhaftet wurde. Offizielle Anklage: Er sei ein „bewaffneter Extremist“, der prorussische Demonstrationen, die aktuell in Odessa sehr häufig sind, quasi als russischer Agent unterstützen wolle. Die zukünftige „Extremistenbraut“ namens Anna staunte ebenfalls über die Beschuldigung, als sie später von ihr erfuhr. Sie wartete gerade mit der noch dazu schwer kranken ukrainischen Schwiegermutter in spe auf die Ankunft ihres Oleg, der sich beruflich nur kurz in der Ukraine aufhalten konnte und schon ein Rückflugticket nach Piter kurz nach der Hochzeit besaß.

Währenddessen versuchte Oleg die ukrainischen Grenzschützer vergeblich vom wahren Zweck seines Besuchs zu überzeugen, beispielsweise durch einen Anruf bei seiner Braut. Verdächtig machte ihn aber anscheinend der Besitz zweier Taschenmesser und seine Kamera mit Fotos der ukrainischen Karpaten, die er kurz zuvor mit seiner Zukünftigen besucht hatte. Schließlich wollte man ihm sogar die Wiedereinreise in die Ukraine profilaktisch gleich für drei Jahre verbieten – welch tragisches Geschick für das werdende Eheglück. Die Situation rettete schließlich die Braut Anna, die alle Hebel in Bewegung setzte, die ukrainsichen Offiziellen vom wahren und wahrhaftigen Grund von Olegs Einreise zu überzeugen. Sie schaffte es und es gab ein Happy End – laut Tajmer sind die beiden mittlerweile frisch verheiratet.

Von Seiten der Euromaidan-Regierung herrscht aktuell Hysterie wegen einer vorgeblichen Unterwanderung der prorussischen Unruhen in der Ostukraine durch Russen aus Russland. Tatsächlich sprechen jedoch die Ostukrainischen Medien stets nur von einheimischen Teilnehmern auf den Kundgebungen, belagert höchstens von russischen Journalisten, die die dortigen Antimaidan-Unruhen natürlich für ihre eigene Propaganda ausschlachten.

Foto: Daniel Hendricks, Wikimeda, Creative Commons

Nach einem Bericht von Taimer Odessa: Roland Bathon / russland.RU