Trauer und Anteilnahme in St. Petersburg

Foto: Kyasarin CC0 Public Domain via Pixabay

In St. Petersburg ist nach der Bombenexplosion in der Metro für die nächsten drei Tage Trauer angeordnet worden. Inzwischen kommen die Menschen auf den Sennaja-Platz, legen vor dem Eingang in die U-Bahn-Station Blumen nieder und zünden Kerzen an. Es treffen Beileidsbekundungen aus der ganzen Welt ein. Auf Twitter wurde unter dem Hashtag #PrayForStPetersburg ein Forum eingerichtet.

Alexander Graf Lambsdorff, der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, sprach den Menschen in Russland im Namen der FDP seine tiefste Anteilnahme aus. „Dass sich diese Tragödie in St. Petersburg zugetragen hat, Russlands Tor zum Westen, dem sich viele Menschen in Deutschland und Europa eng verbunden fühlen, macht besonders betroffen“, sagte Lambsdorf nach den Anschlägen in der St. Petersburger Metro.

Weiter bekräftigte der FDP-Politiker: „Das zeigt, dass Russland und die EU ein gemeinsames Interesse daran haben, den Terrorismus gemeinsam, entschlossen und wirksam zu bekämpfen.“

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel habe am Rande des Rates für Auswärtige Beziehungen sein Beileid für die Opfer geäußert, heißt es aus Luxemburg. „In diesen dunklen Stunden sind wir in Gedanken bei unseren Freunden in Russland, den Opfern und ihren Familien“, so der Minister laut einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes. Er verfolge die „furchtbaren Nachrichten“ aus St. Petersburg „mit tiefer Bestürzung“, wird der Außenminister zitiert.

Auch der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin habe auf Twitter den Angehörigen der Opfer sein Beileid mitgeteilt. Ihm zufolge solle nun geprüft werden, ob sich auch ukrainische Staatsbürger unter den Opfern befänden.

Inzwischen kursieren im Internet zwei Fotos, die den mutmaßlichen Täter zeigen sollen, berichtet die Agentur ‚dpa‘. Das Auswärtige Amt rät Reisenden, vorerst in ihren Unterkünften zu bleiben und den Anweisungen der Ordnungskräfte unbedingt Folge zu leisten. Eine ausdrückliche Reisewarnung wurde indes nicht ausgesprochen.

Die örtlichen Behörden gehen nun offenbar ohne Zweifel von einem Terrorakt aus, heißt es in den Lokalnachrichten. Es werde wegen Terrorismus und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion ermittelt. Der russische Präsident Wladimir Putin, der sich zum Zeitpunkt des Anschlags im St. Petersburger Vorort Strelna befand, sprach den Verwandten der Opfer sein Beileid aus. Über den Kurznachrichtendienst Twitter ließ er seine Administration mitteilen, dass er sich von den russischen Geheimdiensten über die Lage informieren lasse.

 

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.