Trauer und Provokation in Odessa – offizielles Gedenken nur anderswo [Videos aus YouTube]

Rangeleien mit rechten Provokateuren

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Heute vor einem Jahr gab es in Odessa nach Straßenschlachten zwischen Euro- und Antimaidanern eine folgenschwere Brandstiftung des örtlichen Gewerkschaftshauses, in das sich die unterlegenen Antimaidaner geflüchtet hatten. Etwa 50 Tote sind die Bilanz dieses Tages. Heute ein Jahr danach war das Gedenken an die Toten vor allem für die hinterbliebenen Antimaidaner nicht einfach, denn schon am Vortag war schwer bewaffnetes ukranisches Militär aufgezogen um jeden Protest im Keim zu ersticken.

Dennoch versammelten sich auf dem Kulikowo-Feld, dem Ort des dramatischen Tiefpunktes vor einem Jahr ein mutiges Häufchen Menschen aus Odessa zum Gedenken, fesgehalten durch die örtliche Onlinezeitung Tajmer

Unruhe kam auf, als mutmaßliche Mitglieder des neofaschstischen Rechten Sektors auftauchten, unter anderem um die Menschen vor Ort zu filmen, die schon durch ihre Teilnahme Opposition gegen die Kiewer Regierung zeigten und unter ihnen entsprechend Angst zu verbreiten

Ein offenes und offizielles Gedenken innerhalb der Ukraine gab es nur im Gebiet der Rebellen im Osten, als zum Zeitpunkt des damaligen Massakers ein Sirenenalarm ertönte

Weitere Gedenkveranstaltungen gab es beispielsweise in London in England, in Moskau vor der Ukrainischen Botschaft und in fünf Städten im deutschsprachigen Raum. Der ukrainische Präsident Poroschenko will am 10. Mai nach Odessa kommen. Beim letzten Mal war er von vielen Bewohnern nicht allzu freundlich empfangen worden.