Tralala mit Handycap

Foto: Wikipedia/Okras CC BY-SA 4.0

Nun ist es amtlich: Das Produktionsteam des diesjährigen „Eurovision Song Contest“, kurz ESC, ist offiziell zurückgetreten. Der Wettbewerb, der dieses Jahr, nicht unumstritten im ukrainischen Kiew stattfindet, hat somit ein Problem mehr an den Fersen kleben.

Da die Team-Mitglieder nicht genügend Freiheiten gehabt hätten, ihre Arbeit in Ruhe zu verrichten, legten die Verantwortlichen im Gestaltungsteam geschlossen ihre Arbeit nieder. Ihre Arbeit sei blockiert worden, heißt es in ihrer Stellungnahme, wie „eurovision-tv“, bekanntgab. Die Rücktrittserklärung wurde von den Executive Producern Oleksandr Kharebin und Viktoria Romanowa, Commercial Director Iryna Asman, dem Event Manager Denys Bloshchynskyi sowie Sicherheitschef Oleksii Karaban unterzeichnet worden, heißt es.

Es sind nicht die ersten Querelen, die der kommende Schlagerwettbewerb zu bewältigen hat. Bereits letzten November war Surab Alassanija, der Leiter des ukrainischen Staatsfernsehens, von seinem Posten zurückgetreten.

„Dieses Team hatte eine zentrale Rolle in der Planung des diesjährigen Eurovision Song Contest“, hieß es nur knapp in einem Statement der EBU, der „European Broadcasting Union“ , in dem die Gründe für den Rücktritt nicht weiter kommentiert wurden. Die EBU mit Sitz in Genf umfasst 73 Rundfunkanstalten aus 56 Ländern, um internationale Ereignisse für synchron ausgestrahlte Live-Sendungen im TV zu koordinieren. Diese „Eurovision“ ist jährlich für weit über 100.000 Programmübertragungen verantwortlich, um nach eigenen Angaben rund 600 Millionen Zuschauer weltweit zu erreichen.

Veranstalter kommt ins Straucheln

Der „Eurovision Song Contest“ in Kiew, der vom 9. bis 13. Mai 2017 stattfinden soll, bietet insgesamt 43 Länder eine Schlagerbühne und stellt damit einen neuen Teilnehmerrekord auf. Es ist nach 2005 der zweite Wettbewerb dieser Art, der in der Ukraine stattfindet. Die plötzliche personelle Veränderung bei den Ausrichtern dürfe jedoch den TV-Sender „UA:PBC“ laut EBU nicht von seinen Pflichten abhalten, den Zeitplan strikt einzuhalten. „Dieses Team hatte eine zentrale Rolle in der Planung des diesjährigen Eurovision Song Contest“, heißt es aus Genf.

Nichtsdestotrotz beginnt heute ab 19.15 Uhr (MEZ), ungeachtet einiger Verzögerungen, der Ticket-Vorverkauf. Die Tickets für die insgesamt neun Shows beinhalten sechs Kostümproben, zwei Halbfinale und das große Finale im „International Exhibition Centre“ (IEC) kosten zwischen acht und 500 Euro. Bestellt werden können die Eintrittskarten online beim Ticketservice Concert.UA. Die Kartenvergabe ist auf maximal vier Tickets pro Bestellung begrenzt. Wer aus Deutschland keine Einlasserlaubnis erwerben kann oder will, wird dank der EBU dennoch, trotz der einstündigen Zeitverschiebung, zur besten Sendezeit vom „Ersten“ der ARD unterhalten werden.

Weitaus weniger Glück scheint hingegen den Straßenhunden der ukrainischen Hauptstadt beschieden zu sein. Wie bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft 2012 sollen, so befürchten mehrere Tierschutzorganisationen, wieder vermehrt streunende Hunde getötet werden, um die Straßen Kiews für die Besucher „sauber“ zu halten. Private Hundefänger hätten mit Billigung der Regierung bereits mit dem Vergiften von Hunden begonnen, heißt es in einer Petition von „Animal Rights“. Der Tierschutzorganisation lägen dementsprechende Beweise vor.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.