Tote und Verletzte bei Ausschreitungen in Kiew

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In Kiew wächst die Zahl der bei den Auseinandersetzungen mit Innentruppen und der polizeilichen Sondereinheit „Berkut“ getöteten Demonstranten.

Die oppositionelle Abgeordnete der Obersten Rada Lesia Orobets berichtet auf Twitter: „Es gibt drei Leichen im Haus der Offiziere. Unsere Mitkämpfer. Weitere sieben Menschen schweben zwischen Tod und Leben. Notärzte werden nicht zugelassen!“

Sollten die Unruhen in Kiew gegen 18:00 Uhr Kiewer Zeit nicht zu Ende sein, werden der Sicherheitsdienst der Ukraine und das Innenministerium des Landes sich gezwungen sehen, mit gesetzlich vorgesehenen Mitteln Ordnung wiederherzustellen, berichtet die SBU-Homepage.

Zuvor hatte der der Außenminister Leonid Koschara erklärt, dass die Ereignisse in Kiew „eine angemessene Reaktion der Behörden erfordern“.

Er hatte auch ausländische Regierungen und internationale Organisationen zu einer objektiven und unparteiischen Einschätzung der Lage in der Ukraine aufgerufen.

Nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Außenminister Leonid Koshara sagte der deutsche Außenminister Steinmeier heute in Berlin:

„Ich fordere die Konfliktparteien in der Ukraine dringend auf, den Weg der vergangenen Tage fortzusetzen und in Gesprächen nach einer  politischen Lösung zu suchen. Eine Rückkehr zur Gewalt in der Ukraine  ist mit Sicherheit kein Weg, um zu einem Ausgleich und zu einer guten Zukunft des Landes zu kommen.

Wir werden unsere Bemühungen für eine Konfliktlösung fortsetzen. Ich bin  auch der Ansicht, dass wir das gute Beispiel, das die OSZE am  vergangenen Wochenende bei den Verhandlungen über die Freilassung von Gefangenen gegen die Räumung von öffentlichen Gebäuden setzen konnte, auch in den nächsten Teilstücken auf der Suche nach einer politischen Lösung fortsetzen sollten.“

Laut ukrainischen Medien sind an Kiewer Metro-Stationen Ansagen über die vollständige Einstellung des Bahnbetriebs zu hören. Die U-Bahn-Eingänge sind gesperrt.

Gegen 15:00 Uhr Ortszeit ist in der Kiewer Stadtverwaltung ein Brand ausgebrochen. Im Gebäude sind Feuerwehrleute im Einsatz, berichtet die Homepage der hauptstädtischen Stadtverwaltung. Dem Pressedienst zufolge befindet sich der Verwaltungsleiter Wladimir Makejenko in den Räumlichkeiten des Rathauses.

Frühere war berichtet worden, dass Demonstranten Fensterscheiben an der rechten Seite der Kiewer Stadtadverwaltung eingeworfen hatten und in das Haus eingedrungen waren, um zu prüfen, ob es dort Sicherheitsbeamte gibt.

Sie zündeten auch Autoreifen vor dem eisernen Tore an, das in den Hof des Rathauses führt, wo sich aus ihrer Sicht Mitarbeiter der Polizei-Sondereinheit „Berkut“ befinden können.