Syrien: Russland und die Kurden

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[Von Elke Dangeleit] – Ein neuer Partner für die YPG/YPJ in Rojava?

Die Beteiligung Russlands an der Anti-IS-Koalition hat auch Auswirkungen auf Rojava, das kurdische Autonomiegebiet in Nordsyrien. Russlands Beziehungen zum Assad-Regime könnte eine Chance sein, eine Übergangslösung für den Abgang des Assad-Regimes zu finden, hin zu einem demokratischen System unter Beteiligung aller religiösen und ethnischen Minderheiten – wenn die westliche Welt Russland als Partner in der Anti-IS-Koalition akzeptiert.

Mittlerweile hat auch der Westen verstanden, dass es nicht ohne Einbeziehung des Assad-Regimes geht, den IS zu bekämpfen und Syrien zu stabilisieren. Dabei könnte Russland eine wichtige Rolle spielen, da es seit jeher über gute Kontakte zu Assad verfügt. Eine Rückkehr Assads zum Status vor 2011 ist extrem unwahrscheinlich. Das wäre mit der syrischen Bevölkerung, so zerrissen sie auch sein mag, nicht möglich. Putin hat in verschiedenen Statements gesagt, er könne sich vorstellen, dass Assad sich auf eine Übergangslösung einlassen könnte. Da wäre Putin ein wichtiger Verhandlungspartner.

Dies ist auch eine Chance für Rojava, dessen Vertreter sich explizit für ein Verbleiben Rojavas in einem föderal und demokratisch organisierten Syrien ausgesprochen haben. Sie wollen den bisher im Nahen Osten üblichen Despotismus durch ein demokratisches Konföderalismusmodell ersetzen (vgl. Das Modell Rojava). Dieses Modell findet auch in anderen Teilen Syriens immer mehr Anhänger.

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