Syrien – der Krieg fordert seine ersten Opfer

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Nach dem Zwischenfall durch die SU-24, die von der türkischen Luftwaffe abgeschossen wurde, und dem abgeschossenen Rettungshubschrauber, hat Russland nun seine ersten Opfer seit dem Eingreifen im Syrienkonflikt zu beklagen. Einer der Piloten konnte jedoch in Sicherheit gebracht werden.

Wie der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu mitteilte, konnte einer der abgeschossenen Piloten nach einem 12-stündigen Rettungseinsatz durch das russische Militär in Sicherheit gebracht werden. Er dankte „allen unseren Jungs, die die ganze Nacht unter kolossalem Risiko gearbeitet haben“. Der Pilot sei am Leben und gesund, hieß es weiter. Zuvor waren Videoaufnahmen aufgetaucht, die turkmenenstämmige syrische Al-Quaida-Sympathisanten zeigen, wie sie einen Soldaten malträtieren. Die Echtheit dieser Aufnahmen muss jedoch erst noch bestätigt werden.

Wie der libanesische Sender Al Mayadeen auf Facebook berichtete, habe eine syrische Spezialeinheit den Piloten noch am selben Tag zwei Stunden lang „aus dem Hinterland der Terroristen“ hinausgeführt. Der Luftwaffenangehörige befindet sich nun laut offiziellen Mitteilungen bei der Armee von Syriens Präsident Baschar al-Assad, auf dem russischen Stützpunkt Hmeimim.

Für einen der beiden Piloten, die sich mit dem Schleudersitz retten konnten, kam jedoch jede Hilfe zu spät. Noch an seinem Fallschirm hängend, wurde er vermutlich vom Boden aus durch Handfeuer erschossen. Ein weiteres Opfer, das zu beklagen ist, ist ein Besatzungsmitglied des Rettungshubschraubers, der gestern bei seinem Einsatz ebenfalls abgeschossen wurde. Dieser Abschuss wird indes den syrischen Rebellen zugeschrieben.

Während das russische Verteidigungsministerium, ganz diplomatisch, den Abschuss seines Kampfjets durch die türkische Luftwaffe als einen „unfreundlichen Akt“ verurteilte, verlieh der Präsident schon Orden und Medaillen. Die beiden russischen Militärangehörige, die beim Syrien-Einsatz gefallen sind, wurden von Wladimir Putin posthum ausgezeichnet, berichtet der Pressedienst des Kremls.

Demzufolge wurden laut Präsidentenerlass Oberstleutnant Oleg Peschkow mit dem Titel „Held der Russischen Föderation“ und der Matrose Alexander Posynitsch mit dem Tapferkeitsorden post mortem geehrt. Dem Hauptmann Konstantin Murachtin, der den Kampfjet-Abschuss überlebte, wird der Tapferkeitsorden verliehen. Ungeachtet dessen gehen die Gefechte an der Front unvermindert weiter.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.