Suche nach den Absturzursachen: War doch eine Bombe an Bord?

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Die britische Nachrichtenagentur Associated Press (AP) bringt die Version einer Bombenexplosion an Bord des in Ägypten abgestürzten Airbus wieder ins Spiel. Sie beruft sich dabei allerdings auf „einen amerikanischen Beamten“, der nicht genannt werden will. Großbritannien hat daraufhin alle Flüge, die über die Sinai-Halbinsel führen, ausgesetzt und will seine Staatsbürger aus Scharm el Scheich evakuieren.

Laut AP stammt die Information über eine mögliche Bombe im Flugzeug von den US-Geheimdiensten, die sich wiederum auf abgefangene Funkmeldungen berufen. Zugleich mutmaßt die Agentur, es könnte sich dabei auch um eine absichtlich in Umlauf gebrachte Fehlinformation handeln, um Verwirrung zu stiften.

Explosion an Bord gilt als sicher

Als gebe es nicht schon genug von dieser „Verwirrung“ – Spekulationen verschiedenster Art darüber, was zu der Katastrophe mit 224 Toten geführt hat, beherrschen seit Tagen die Medien der Welt. So schreibt auch Reuters von einer Explosion als „wahrscheinlichster Absturzursache“. Diese könnte durch Treibstoff oder eine Bombe ausgelöst worden sein.

Reuters beruft sich auf eine Quelle, die der Untersuchungskommission nahestehen soll, die mit der Auswertung der Flugschreiber befasst ist. Am Dienstag hatte die Kommission mitgeteilt, der Stimmenrekorder sei stark beschädigt, die Entschlüsselung der Daten würde eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

London ergreift harte Maßnahmen

Der britische Außenminister erklärte Donnerstagmorgen, es müssten alle britischen Bürger binnen kürzester Frist aus dem ägyptischen Badeort Scharm el Scheich evakuiert werden. Zuvor waren alle Rückflüge von dort gestrichen worden. London will eigene Sicherheitsexperten entsenden, die die Sicherheitslage am dortigen Flughafen prüfen sollen.

Kairo zeigt sich angesichts solch vehementer Schritte verschnupft. Die britischen Maßnahmen seien „verfrüht“, da die laufenden Untersuchungen vor Ort noch nicht abgeschlossen seien, erklärte der ägyptische Außenminister Samih Schukri.

In Petersburg wurden inzwischen 58 Leichen identifiziert, schreibt Fontanka.ru. Vier davon wurden den Angehörigen übergeben. Am 6. November werden die ersten Toten beigesetzt.

[sb/russland.RU]