Steinbrück erinnert an die nicht eingehaltenen Versprechen des Westens

Peer Steinbrück 2011 Foto: www.dts-nachrichtenagentur.de/nachrichtenbilder

Nach den SPD-Altkanzlern Gerhard Schröder und Helmut Schmidt hat auch Ex-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die Rolle des Westens in der Krim-Krise gerügt.

An der Eskalation sei nicht nur Russland schuld, sagt Steinbrück in einem Interview mit stern.de. „Auch der Westen hat Fehler gemacht.“ Dazu zählt Steinbrück vor allem das ungebremste Vordringen der Nato in Osteuropa. „Wir sollten uns gelegentlich an die Zusagen erinnern, die wir Russland mit Blick auf seine Sicherheitsinteressen 1990 bei den Verhandlungen über die Deutsche Einheit gegeben – und nicht eingehalten haben. Der Westen glaubte noch auf dem Nato-Gipfel 2008 in Bukarest, er könne aus dem implodierten Sowjetimperium einfach ein paar Bausteine herausbrechen und in die Nato überführen. Diese Stimmen kann man bis in die jüngste Zeit hören. Das ist ignorant und höchst fahrlässig.“

Über den Hitler-Putin-Vergleich von Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt Steinbrück, dieser sei nicht „glücklich“: „Historische Vergleiche mit Personen oder Ereignissen der Nazi-Zeit entgleiten immer.“ Die mediale Aufregung, die Schäuble als „unerträglich“ bezeichnete, hält Steinbrück für nicht ungewöhnlich. Der Ex-Finanzminister: „Naja, da will ich nur mal daran erinnern, wie groß die Aufregung war, nachdem ich zwei italienische Politiker als Clowns bezeichnet hatte, von denen einer inzwischen rechtskräftig verknackt ist. Da kommt Herr Schäuble vergleichsweise glimpflich davon.“