Spielen die USA falsch?

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Die USA weigern sich, die mit Russland erzielte Vereinbarung zur Beilegung der Syrienkrise zu veröffentlichen. Als Grund nennen sie, dass durch die Bekanntgabe die Lieferungen humanitärer Güter beeinträchtigt werden würden. Sie weigern sich sogar die Vereinbarungen den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates vorzulesen, worauf eine diesbezügliche Sitzung des Sicherheitsrates abgesagt wurde.

Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin erklärte die Absage der Sitzung mit den Worten „Wir können die Ratsmitglieder nicht bitten, etwas zu unterstützen, wenn sie dessen Inhalt nicht kennen“.

Präsident Putin erklärte die Weigerung damit, dass dann die ganze Welt sehen könne, wer welche getroffenen Vereinbarungen nicht einhält. Außerdem könne man sich in Washington nicht „über die Abgrenzung der sogenannten moderaten syrischen Opposition von halbkriminellen terroristischen Gruppierungen einigen.“ Im Übrigen denke er, dass die USA das vorhandene Militärpotential der Opposition im Kampf gegen die legitime Regierung von Präsident Baschar al-Assad aufrechterhalten wolle.

„Dies ist auf die Schwierigkeiten zurückzuführen, mit denen die USA in Syrien konfrontiert sind — ihnen gelingt es nicht, die sogenannte gesunde Opposition von den halbkriminellen und terroristischen Elementen abzugrenzen. Meines Erachtens hängt dies mit dem Bestreben zusammen, ihr Gefechtspotential im Kampf gegen die legitime Regierung von Baschar al-Assad zu erhalten. Das ist aber ein sehr gefährlicher Weg, eine gefährliche Entwicklung der Ereignisse. Es scheint, dass unsere US-amerikanischen Partner wieder auf denselben Rechen treten“.

(Hanns-Martin Wietek/russland.ru)

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.