Snowden-Film: „Vergessen Sie John Kornblum!“

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Gage Skidmore CC BY-SA 2.0 via FlickrFoto: Gage Skidmore CC BY-SA 2.0 via Flickr
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[Von Markus Kompa] – Am Vorabend zum heute anlaufenden Oliver Stone-Film „Snowden“ liefen in diversen Städten Vorpremieren mit Podiumsdiskussionen. In Köln etwa wohnte der Vorführung der vormalige Bundesinnenminister Gerhart Baum bei, seit Jahrzehnten ein entschiedener Streiter gegen Terrorhysterie und Überwachungsstaat.

Baum, der Snowden persönlich getroffen und mit ihm lange diskutiert hatte, bewertete die filmische Darstellung als voll gelungen. Snowden sei ein authentischer Mensch, der unsere Werte verteidige, nun müsse man fragen, wie man Snowden verteidige. Nachdem Stone für seinen Film in den USA keine Unterstützung erfahren und diesen daher in Deutschland realisieren musste, erfüllte es Baum mit Genugtuung, dass die 250 Kinos in den USA, in denen der Film des dreifachen Oscar-Gewinners anlaufe, ausverkauft seien.

Konfrontiert mit dem von der BILD-Zeitung verbreiteten Kommentar des vormaligen US-Botschafters John Kornblum, Snowden sei ein Lügner und der Film gefährlich, empfahl Baum, Kornblum zu vergessen. Mit Unverständnis quittierte Baum die Haltung der Washington Post, die für die Enthüllung von PRISM den Pulitzerpreis erhalten habe, sich nun aber von Snowden distanziere. Baum hob hervor, dass die Snowden-Leaks die Datenschutzgrundverordnung maßgeblich beeinflusst habe. US-Firmen müssten sich hierzulande an deutsches Recht halten.

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