Snowden-Dokumente entschlüsselt

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Russland und China haben angeblich „über 1 Million Geheimdokumente“ der Westalliierten USA und Großbritannien, die sich im Besitz des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden befanden, entschlüsselt. Wie die Londoner Zeitung Sunday Times unter Berufung  auf Eingeweihte berichtet, hat der englische Militärgeheimdienst MI6 in Reaktion darauf Agenten aus verschiedenen Ländern abgezogen.

Ein britischer Regierungssprecher sagte der BBC, der Vorfall habe dafür gesorgt, dass MI6 der Zugang zu „wichtigen Informationen“ jetzt verbaut sei.

Snowden, der jahrelang für die US-Geheimdienste CIA und NSA tätig war, hatte im Juni 2013 den Zeitungen „Washington Post“ und „Guardian“ eine Auswahl an Geheimdokumenten über die Ausspähaktivitäten der USA und Großbritanniens übergeben.

1,7 Millionen Dateien
Insgesamt soll er im Moment des Abtauchens über 1,7 Millionen heruntergeladene und klassifizierte Dateien bei sich gehabt haben. Seine Flucht führte ihn zunächst nach Hongkong und später nach Moskau, wo er seitdem mit einer russischen Aufenthaltsgenehmigung lebt.

Bisher hatte Snowden sich in der Öffentlichkeit als so genannter Whistleblower dargestellt und als Motiv angegeben, er wolle die Welt über die Intensität und das Ausmaß der US-amerikanischen und englischen Überwachungstätigkeit informieren. Sollten die Informationen zutreffen, dass Russland und China einen Großteil von Snowdens Dateien entschlüsselt haben, stellt sich die Frage, ob er nicht eher als Überläufer einzuordnen ist.

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