Smolensk verfolgt zahlreiche Investitionsprojekte

Initiativen zum Produktionsausbau bei Glas, Kunststoffen, Holzverarbeitung und Agrargütern

Moskau (gtai) – Im Gebiet Smolensk wird kräftig investiert. Aktuell werden 17 Großvorhaben realisiert. Ausgebaut werden die Glas- und Kunststofferzeugung, die Holzverarbeitung, die Chemieindustrie und die Landwirtschaft. Durch Steuervergünstigungen und andere Anreize will die Regionalverwaltung Investoren anwerben. Die Region setzt dabei auch auf Firmenansiedlungen aus Deutschland.

Insgesamt werden derzeit 17 Großprojekte in dem an Belarus grenzenden Gebiet Smolensk umgesetzt, bestätigte der Gouverneur Aleksej Ostrowski gegenüber Germany Trade and Invest. Ihr Gesamtwert beträgt mehr als 50 Mrd. Rubel (1,04 Mrd. Euro; 1 Euro = 48,1686 Rubel, Stand: 22.8.2014, Zentralbank Russlands).

Das bedeutendste Vorhaben ist der Bau des Industrieparks Worga und der Glasfabrik Worga im südlich gelegenen Rajon Jerschitschski. Für das Projekt werden insgesamt 12,7 Mrd. Rubel veranschlagt. Dort sollen hochtechnologische Produkte für den russischen Markt hergestellt werden. Dazu zählen Glasfaserverstärkungen sowie photovoltaisches Display- und Bauglas.

Projekte im Agrarsektor

Ferner sollen Investitionen in die Agrarwirtschaft fließen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Tierzucht. Sie steht für 81% der landwirtschaftlichen Produktion in der Region. So werden etwa 6,6 Mrd. Rubel zur Einrichtung einer Massenzucht für Geflügel in der Region Temkinsk aufgewendet. Der Projektträger ist WirmontFood. In der Region Dorogobuschski baut der Landwirtschaftsbetrieb Zolotaja Niwa ein Zuchtkomplex für insgesamt 4.150 Rinder. Der Projektwert beläuft sich auf 2,5 Mrd. Rubel.

Darüber hinaus soll ein Zuchtbetrieb für 1.200 Milchkühe einschließlich einer Molkerei von der Gruppe Agro Gschat Invest in der Region Gagarinski errichtet werden. Zum Projekt gehört auch der Bau einer Großfarm mit 8.000 ha Nutzfläche zur Produktion und Lagerung von Getreide. Diese wird derzeit von der Agrarfirma Nascha Schitnitza errichtet. Die Kosten des Vorhabens liegen bei 1,5 Mrd. Rubel. Jährlich werden in Smolensk etwa 320.000 t Milch produziert. Das entspricht etwa 1% der gesamten Milchproduktion in der Russischen Föderation.

In der Endphase befindet sich der Bau einer Zuchtanlage für 3.200 Kaninchen in der Region Gagarinski. Der Projektträger ist das Unternehmen „Krol i K“. Die Kosten betragen 0,4 Mrd. Rubel.

Holzindustrie mit Potenzial

Mit über 40% bewaldeter Fläche bietet das Gebiet Smolensk auch Potenzial in der Holzindustrie. Im Jahr 2012 wurden etwa 422.200 cbm Holz gewonnen. Eines der Schwerpunkte der regionalen Wirtschaftsentwicklung ist daher der Ausbau der Holzverarbeitung. So erweitert das Holzverarbeitungswerk Igorewski seine Kapazitäten unter anderem um eine Linie zur Herstellung von Holzfaserplatten (MDF). Die Gesamtkosten sollen etwa 7,1 Mrd. Rubel betragen. Ein Vorhaben zur Herstellung von imprägnierten Dekorpapier realisiert der Holzwerkstoffhersteller Egger Drewprodukt im Gebiet Gagarinski. Die investierte Summe gab Gouverneur Ostrowski mit 1,84 Mrd. Rubel an.

Zu den weiteren wichtigen Projekten gehört ein Logistik- und Umschlagzentrum für die große russische Einzelhandelskette Magnit. Gebaut wird es von der Firma Tander und kostet rund 2 Mrd. Rubel. Dort sollen knapp 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Über dieses Zentrum wird die Supermarktkette einen Zugriff auf wichtige Hersteller von Nahrungsmitteln des Gebiets Smolensk erhalten.

In der Gesundheitsfürsorge stehen zwei Projekte an. Dabei handelt es sich um eine Geburtenklinik für rund 2,5 Mrd. Rubel in der Stadt Smolensk. Darüber hinaus ist ein Dialysezentrum im Wert von 0,3 Mrd. Rubel geplant. Realisiert wird es vom deutschen Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care.

Das Regierungsprogramm zur Entwicklung der Industrie und Wettbewerbssteigerung sieht zudem bis 2020 die Errichtung eines Industrieparks am Standort Safonowo vor. Dort sollen sich Unternehmen aus der Kunststoffindustrie ansiedeln.

Förderung der Investitionsvorhaben geplant

Investitionen in die Region will die Gebietsverwaltung durch entsprechende Maßnahmen stimulieren. Diese sehen eine staatliche Förderung in Form von Steuervergünstigungen, Subventionen, Information und Hilfe bei der Organisation von Investitionsvorhaben vor. Großunternehmen werden hauptsächlich durch steuerliche Anreize unterstützt. Diese gelten seit 2013 für Unternehmen, die einen Ausbau eigener Kapazitäten oder eine technische Neuausrüstung mit dem Ziel der Warenproduktion anstreben.

Kennzahlen zum Gebiet Smolensk (2013)

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Quellen: Rosstat, Regierung von Gebiet Smolensk, Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung

Im Gebiet Smolensk sind eine Reihe von Industriezweigen beheimatet. Dazu gehören die Produktion von Baumaterialien, Holzerzeugnissen, Metallerzeugnissen, Mineraldünger, Industriegasen, Gummi- und Kunststoffwaren, Elektrotechnik, Elektronik und optischen Waren. Hinzu kommen der Anlagenbau, Reparaturwerke für Eisenbahnwaggons, Kfz-Zulieferbetriebe sowie die Textil- und Bekleidungsindustrie.

Das Potenzial, das die günstige geographische Lage des Gebietes Smolensk in der Nähe zur Hauptstadt Moskau und zu wichtigen Transportkorridoren bietet, ist groß. Hieraus können sich zusätzliche Vorteile für eine Firmenansiedlung ergeben. Der Standort bietet sich zum Beispiel an für den Umschlag von großvolumigen Gütern und Transitwaren.

Gegenwärtig unterhalten das Smolensker Gebiet und Belarus enge Beziehungen. Die Einrichtung der Eurasischen Wirtschaftsunion wird für Smolensk zur Beseitigung administrativer Barrieren und zum schnelleren Ausbau der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit mit der Republik Belarus führen.