Sechs Tote bei Selbstmordanschlag in Wolgograd

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[von Roland Bathon] Wolgograd – Eine Bombe einer mutmaßlichen Selbstmordattentäterin, in einem Bus in der Wolgastadt Wolgograd, hat fünf Menschen in den Tod gerissen. Der Terroristenchef des russischen Konfliktgebiets Nordkaukasus, Doku Umarow, hatte unlängst mit neuen Attentaten gedroht. Ziel sei es, die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi zu verhindern, hatte er erklärt.

Die Frau aus der russischen Teilrepublik Dagestan war kurz zuvor zum Islam konvertiert. Der Sprengsatz soll an ihrem Körper befestigt gewesen und mit Hilfe einer Handgranate gezündet worden sein. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um eine „Schwarze Witwe“ handelte. Das sind islamistische Kämpferinnen aus dem Kaukasus, auf deren Konto bereits mehrere Selbstmordanschläge der letzten Jahre kommen. Sie kämpfen für ein islamisches Emirat in ihrer Heimat.

Die Meldungen die aus Wolgograd drangen, waren zu Beginn sehr widersprüchlich. Von knapp 20 bis über 30 Verletzen war die Rede. Der örtlich zuständige Ermittler Valeri Safonow sprach von 27 Verletzten, darunter drei Personen in Lebensgefahr. Sicher ist, dass sich im Bus zum Zeitpunkt der Explosion etwa 40 Menschen befanden. Die Explosion wird von Augenzeigen als „riesig“ beschrieben. Sie ereignete sich in der Mitte des Fahrgastraums, wo eine große Anzahl von Passagieren stand.