Schwimm-WM in Kasan: Russische Ex-Dopingsünderin holt Gold

Foto: torange.us CC BY-SA 4.0Foto: torange.us CC BY-SA 4.0
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Julia Jefimowa hat den Bann gebrochen und nach einer tagelangen Durststrecke für die russische Mannschaft bei der Schwimm-Weltmeisterschaft in Kasan Gold über 100 Meter Brust geholt. Die 23-jährige Russin hatte gerade rechtzeitig zur WM ihre Dopingsperre hinter sich und war kurz vor dem Wettbewerb in einem ZDF-Interview mächtig ins Fettnäpfchen getreten.

Am Dienstagabend war Jefimowa, die aus der tschetschenischen Hauptstadt Grosny stammt, ihrer ewigen Konkurrentin, der Litauerin Ruta Meilutyte, eine halbe Sekunde voraus. Die Weltmeisterin und die Olympiasiegerin sind, milde gesagt, keine Freundinnen, und so dauerte es unverschämt lang, bis sie sich zum Abklatschen nach dem Finish durchringen konnten.

„Doping ist wie Autofahren“

Ein Grund für das kühle Verhältnis der beiden ist Jefimowas Dopingsünde. Bei ihr war im Oktober 2013 ein anaboles Steroid nachgewiesen worden. Sie bekam statt der üblichen zwei Jahre aber nur eine 16 Monate lange Sperre, die es ihr ermöglichte, pünktlich zur Heim-WM in Kasan wieder auf den Startblock zu steigen. Die Dopingbehörde hatte Jefimowa geglaubt, sie hätte das verbotene Mittel unabsichtlich genommen.

Das mag ja sein, aber Jefimowa diskreditierte sich kurz vor ihrem WM-Sieg erneut, diesmal mit einer peinlichen Formulierung: „Ich vergleiche das mit Autofahren. Wenn man zu schnell ist, bekommt man ein Ticket und bezahlt das“, sagte sie unschuldig lächelnd in einem ZDF-Interview.

In Russland wird die „Königin des Brustschwimmens“ jedoch geliebt und bejubelt. Die gut gefüllte Arena in Kasan bebte, als Jefimowa nach den 100 Metern Brustschwimmen als erste den Anschlag am Beckenrand absolvierte.

[sb/russland.RU]