Russlands Linke – Aufbruch und Resignation

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Die Eltern setzten linke Politik mit dem Sowjetstaat gleich, doch eine jüngere Generation entdeckt in Russland das emanzipative Denken neu. Zu Besuch bei einer fragmentierten Bewegung.

Von Anna Jikhareva

Von der Metrostation führt der Weg in ein hippes ehemaliges Industriequartier. Trendbewusste junge Leute, Pop-up-Stores und Bürogebäude, ein Fitnessstudio und amerikanische Kaffeehausketten. Mitten im Viertel im Moskauer Norden, im dritten Stock eines Betonblocks, nehmen Arkadi Koz ihr drittes Album auf, zusammen mit MusikerInnen aus dem Pamirgebirge.

Hinter der Glasscheibe singt Mischa Griboedow die russische Version eines Songs von Tom Morello ein, dem Gitarristen von Rage Against the Machine. Kirill Medwedew gibt gestikulierend Anweisungen hinter die Scheibe. Die Studiozeit läuft bald ab, und der Bandleader ist unzufrieden, weil Griboedow sich den Text nicht merken kann, den Medwedew geschrieben hat: «Ich beschreite einen Weg, dessen Ende ich nicht sehen kann.» Medwedews Hektik ist typisch für ihn. Er ist rund um die Uhr aktiv, findet kaum Zeit für ein ruhiges Gespräch.

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