Russlands Image – eine weltweit Umfrage

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[Von Dr. Christian Wipperfürth] „Pew“ hat eine neue Umfrage veröffentlicht. (Sie finden diese unter PG-2014-07-09-Russia-Favorability. Ich empfehle Ihnen auch meine weiteren Analysen zu internationalen Umfragen:

Umfrage – Die größte Gefahr für den Weltfrieden;

Das weltweite Image Russlands; 

Weltpolitische Fragen in aktuellen Meinungsumfragen.)

Das Russlandbild hat sich in den westlichen Ländern im vergangenen Jahr weiter eingetrübt und ist – wen wunderts – ausgesprochen negativ. Auch bei dem BRICS-Partner Brasilien ist es kaum positiver als in den führenden OECD-Ländern.

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In Indien sind sowohl die negativen als auch die positiven Wertungen für Russland zurückgegangen. Die Aufmerksamkeit der Bewohner Indiens hat sich im vergangenen Jahr noch stärker auf die Innenpolitik gerichtet als dies bereits zuvor der Fall war. In den indischen Medien gab es kaum Kritik an der russischen Krimpolitik und von offizieller Seite wohlwollende Neutralität.

Besonders auffällig sind die Ergebnisse für China und Vietnam. Russland wird in Vietnam nicht nur als alter Verbündeter betrachtet, sondern auch als Land, das die Dominanz des Nachbarn China relativieren kann. Moskau hat in den vergangenen zwei Jahren gezeigt, hierzu bereit zu sein.

Und in China wird mit Befriedigung wahrgenommen, dass der Kreml gegen die Dominanz des Westens aufbegehrt. China selbst ist dazu noch nicht bereit. Peking hielt sich beispielsweise sowohl in der Iranpolitik, als auch in Libyen 2011 oder in Syrien 2012/13 zurück. Auch Peking fordert jedoch eine multipolare Welt, handelt aber vorsichtig, weil es die Zeit auf seiner Seite sieht.

Die Frage: „Haben Sie Vertrauen, dass Präsident Putin in weltpolitischen Fragen richtig handelt?“ wird in allen westlichen Ländern (von Griechenland abgesehen) mit einem lauten NEIN beantwortet. Die Werte reichen von 72% bis 85%. In China und Vietnam hingegen gibt es mit 62% bzw. 69 % ein fast ebenso lautes JA. (Pew, S. 5)

Russland wendet sich von der euro-atlantischen Welt ab. Und umgekehrt. Andere Länder hingegen erhoffen, ihren Handlungsspielraum durch eine verstärkte Kooperation mit Moskau erweitern zu können.

Das Ansehen Chinas ist in Russland deutlich angestiegen, während die Werte für Deutschland, das lange Jahre als bester Freund Russlands galt, abgestürzt sind.

Moskau und Peking werden ihre Kooperation verstärken. Ein Bündnis steht nicht an. Aber Russland wird versuchen, seine Isolation auf dem europäischen Kontinent durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Ländern auszugleichen, die hierfür bereit sind. Moskau hat über 20 Jahre lang versucht, zwischen dem Westen und China zu lavieren. Hierbei war bis vor kurzem offenkundig, dass Russland eine enge Zusammenarbeit mit der euro-atlantischen Welt bevorzugt. Hierbei erwartete Moskau, etwa auf Augenhöhe behandelt zu werden.

China ist der große Gewinner der westlich-russischen Kontroverse. Die Verlierer sind – in dieser Reihenfolge – die Ukraine, Russland und der Westen. Es hätte nicht so kommen müssen.

Über den Autor

Dr. Christian Wipperfürth
Arbeitet als Freier Publizist, Er hat zuvor für das Europäische Parlament bzw. den Deutschen Bundestag gearbeitet und Internationale Beziehungen an der Universität in St. Petersburg gelehrt.