Russlands Finanzministerium erntet in Offshore-Zonen

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Russlands Finanzministerium hat im vergangenen Jahr etwa 6.000 Unternehmen aus sogenannten Offshore-Zonen „herausgeholt“, wie der Leiter der Steuer- und Zollabteilung des Ministeriums Alexei Sasanow der „Iswestija“ sagte.

Diese Unternehmen hätten insgesamt 3 Milliarden Rubel ($ 50 Millionen) zusätzliche Steuern dem Budget des Landes gebracht. „Die Unternehmen erklärten eine zusätzlich Gewinnsteuerbemessungsgrundlage von mehr als 20 Milliarden Rubel ($ 334,8 Millionen) und zahlten zusätzliche 3 Milliarden Rubel Steuern“, sagte der Beamte und fügte hinzu, dass dies zwar eine kleine Summe sei, es aber bisher im Budget nicht vorhanden war.

Möglich sei dies durch das „Gesetz über kontrollierte ausländische Unternehmen“ geworden, das darauf abzielt, Steuern von ausländischen Unternehmen zu erhalten, die von Russen kontrolliert werden. Es trat im Jahr 2015 in Kraft.

Früher konnten alle russischen Staatsangehörigen Unternehmen im Ausland registrieren und keine Steuern in Russland zahlen, weshalb viele Unternehmer in Offshore-Zonen ihre Geschäfte machten. Der Begriff „kontrollierte ausländische Gesellschaft“ gilt für eine nichtrussische Organisation, die zumindest zu 25 Prozent Eigentum eines russischen Staatsangehörigen ist, der verpflichtet ist, Steuern in der Russischen Föderation zu zahlen.

Noch sei das Gesetz nicht ausgereift, es werde jedoch im Jahr 2017 vervollkommnet. Das Ministerium plant auch, die Strafverfolgung zu überwachen und Steuerhinterziehungen aufzudecken.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.