Russland meldet deutlichen Rückgang der Zahl ausländischer Staatsbürger

Russland meldet deutlichen Rückgang der Zahl ausländischer Staatsbürger

In Russland ist die Zahl der ausländischen Staatsbürger nach Angaben des Sicherheitsrats binnen eines Jahres um rund 700.000 Menschen gesunken. Zugleich wurden im ersten Quartal deutlich mehr Aufenthaltstitel annulliert als im Vorjahr.

Nach Angaben des Apparats des russischen Sicherheitsrats hielten sich zum 1. April noch 6,1 Millionen ausländische Staatsbürger in Russland auf. Ein Jahr zuvor waren es demnach 6,8 Millionen. Das berichtete die Zeitung „Kommersant“ unter Berufung auf die Pressestelle des Sicherheitsrats.

Auch die Zahl der Einreisen ging zurück. Im ersten Quartal kamen laut diesen Angaben 2,5 Millionen Ausländer und Staatenlose nach Russland, 15 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der größte Teil des Migrationsstroms entfiel weiterhin auf Bürger der GUS-Staaten: Rund 1,8 Millionen Menschen beziehungsweise 72,4 Prozent kamen aus dieser Region.

Auffällig ist zugleich der starke Anstieg bei annullierten Aufenthaltstiteln. Im ersten Quartal wurden fast 8.300 Entscheidungen über die Aufhebung von Aufenthaltserlaubnissen für Ausländer getroffen. Das seien 90 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, berichtet Kommersant unter Berufung auf Daten des Sicherheitsrats. Insgesamt leben demnach derzeit 581.000 Ausländer mit Aufenthaltstitel in Russland.

Die Zahlen passen in eine Phase verschärfter Migrationspolitik. Die russische Regierung brachte in dieser Woche einen Gesetzentwurf in die Staatsduma ein, der höhere Gebühren für Migranten vorsieht. Unter anderem soll die Gebühr für die Aufnahme in die russische Staatsbürgerschaft von 4.200 Rubel auf 50.000 Rubel steigen. Die Behörden begründen dies unter anderem mit gestiegenen Kosten des Innenministeriums für Überprüfungen und Datenbanken.

Gleichzeitig sollen bestimmte Gruppen offenbar ausgenommen werden. Nach Angaben von Kommersant wollen die Behörden Ausländer, die an der sogenannten „militärischen Spezialoperation“ teilnehmen, von der Gebühr für Aufenthaltstitel befreien.

Der Rückgang der Ausländerzahl ist für Russland politisch und wirtschaftlich heikel. Einerseits verschärft der Staat seit längerem die Kontrolle über Migration, Identitätspapiere und Aufenthaltsstatus. Andererseits ist die russische Wirtschaft in mehreren Bereichen weiterhin auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen, insbesondere aus zentralasiatischen GUS-Staaten. Die nun veröffentlichten Zahlen zeigen daher nicht nur eine statistische Veränderung, sondern auch den wachsenden Druck auf ein Migrationssystem, das zwischen Sicherheitslogik, Arbeitskräftebedarf und politischer Mobilisierung steht.

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