„Russland hat einen langen Atem“

DIHK warnt davor, auf die Abhängigkeit vom Westen zu setzen

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Erwartung geäußert, die Sanktionen gegen sein Land könnten die heimische Wirtschaft ankurbeln, weil bislang importierte Waren nun selbst hergestellt würden. Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), hält das für optimistisch.

„Kurzfristig werden die Sanktionen in Russland keinen Innovationsschub auslösen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Russland sei auf Technologie aus dem Westen angewiesen. Auch China, Korea oder Japan könnten nicht schnell einspringen.

„Aber Russland hat einen langen Atem“, fügte der DIHK-Außenwirtschaftschef hinzu. Man dürfe die Widerstandskraft des Landes nicht unterschätzen.

Die deutschen Exporte nach Russland sind derweil bis August gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 16,6 Prozent gesunken, für das Gesamtjahr 2014 rechnet der DIHK mit einem Minus von 20 Prozent. „Das sind 7,2 Milliarden Euro, ein ganz schöner Schuss vor den Bug“, so Treier. Betroffen sei vor allem der Maschinenbau. Die Branche sei auf den grenzüberschreitenden Export angewiesen, und Russland stelle für sie den viertwichtigsten Markt dar.

Bei vielen Unternehmen, die direkt in Russland produzierten, gingen die Geschäfte dagegen weiter, berichtete der DIHK-Außenwirtschaftschef. Und für andere beginne sich der Konflikt erst jetzt auszuwirken – zum Beispiel, weil sie lange auf Exportgenehmigungen warten müssten. Treier: „Das wird dann zu einer Frage der Bonität.“

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