Russland erwartet eine türkische Entschuldigung

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Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow habe ein Telefonat stattgefunden, in dem sein türkischer Amtskollege Feridun Sinirlioğlu Russland sein Beileid aussprach. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt bat er um ein Gespräch mit Lawrow, um sein Bedauern zu äußern. Russland indes wartet indes noch auf eine offizielle Entschuldigung seitens der Türkei.

„Wir hatten gestern von der türkischen Seite Erklärungen auf höherer Ebene erwartet“, äußerte heute Lawrow in einem Medieninterview. Er zeige sich war enttäuscht darüber, benannte den Zeitpunkt des Telefonats aber süffisannt mit „besser später als nie!“. Die Oberhauschefin Walentina Matwijenko betonte ebenfalls: „Das Verbrechen wird nicht unbestraft bleiben, es beeinflusst zweifellos die Beziehungen zur Türkei“.

„Wir erwarten von der Türkei Entschuldigungen, das Bekenntnis der Rechtswidrigkeit der begangenen Tat sowie Schadensersatz für Russland und die Familie des umgekommenen Offiziers“, forderte Matwijenko. Sergej Lawrow sagte unterdessen seinen für heute geplanten Amtsbesuch der Türkei ab.

Die Türkei beharrt offenbar nach wie vor immer noch auf ihrer Darstellung, das russische Flugzeug habe sich „über einen längeren Zeitraum“ über türkischem Staatsgebiet befunden. Moskau bestreitet dies. Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zufolge sei der Jet ununterbrochen im syrischen Luftraum geflogen.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.