russland.COMMUNITY: Privatkrieg gegen Russland

Der Bombenanschlag von Petersburg - darüber, wie ein ehemaliger Journalist über reine Kritik hinaus einen Psychokrieg gegen Russland entfacht - selbst auf dem Rücken der Opfer

Ein Kommentar von Wolle_Ing zum Artikel von Boris Reitschuster in der Huffington Post zu dem Anschlag in Sankt Petersburg

[Wolle_Ing] Die Huffington-Post (kurz: HuffPost) driftet mit Artikeln à la Reitschuster zunehmend in das Reich der Verschwörungstheoretiker, der Populisten und sogenannter Berichterstatter fern journalistischer Verantwortung und Prozedere ab. Ich bin mir nur nicht sicher, ob unerkannt oder willentlich.

Wie komme ich dazu? Voranzustellen ist: Ich, ein jederzeit konstruktiv, kritisch und humanistisch eingestellter Mensch – weder ein „Putin-Versteher“ noch Jemand, der an Russlands Innen- und Außenpolitik ausschließlich nur Gutes fände – …

… ich trauere zuerst um die Opfer des Bombenanschlags von Petersburg.

Die überwiegende Mehrheit der russischen und deutschen Medien versucht seit gestern, die Lage aufgrund der Faktenlage in Petersburg und Russland zu analysieren. Dazu gehören auch Tendenzen, Zusammenhänge, Gewichtungen – auch im analogen Vergleich zu ähnlichen Vorfällen in der westlichen Welt. Unterschiedliche Blickwinkel – unterschiedliche Sichten. Ein Teil der Medien geht dabei mit der Lage verantwortungsbewusst nach journalistisch-ethischen Grundregeln um. Man nennt dieses Prinzip Pressekodex.

Und – wir sehen auch unglaubliche Ausreißer. Zu den Verantwortungslosesten zählte schon gestern nur kurz nach dem Bombenanschlag von Petersburg ein gewisser Boris Reitschuster. Er unterstellt in seinem Artikel „Der Terroranschlag von Sankt Petersburg nützt Putin – das nährt einen bösen Verdacht“ (HuffPost 03.04.2017), dass der Terror in Petersburg dem Herrn Putin nützen würde. In der Folge kommuniziert er dem Leser – wenn auch nur als Verdacht -, dass der Kreml hinter dem Attentat stecken würde. Herr Reitschuster – mitgehangen, mitgefangen.

Sie erheben ihren Verdacht zur Wahrheit. Das ist es, was der Leser erfasst.

Unter der Huffington-Post brachte ich im Kommentarbereich auf Sachebene meine Verwunderung zum Ausdruck gegenüber dem voreiligen, pauschalierenden und Fakten entbehrenden Artikel von Reitschuster. Der Kommentar wurde gesperrt. Bin ich überrascht? Mittlerweile nicht mehr. Ich fühle mich langsam geheilt von der HuffPost – Made in USA.

Herr Reitschuster berichtet pietätlos das Allerletzte, was Journalismus hervorbringen kann – Hass-begründende, Hass gegen Menschen und Völker, um nicht zu sagen Krieg-begründende Fehlinformationen. Was soll sein Privatkrieg gegen ein ganzes Land? Wir erleben eine freie Interpretation, Meinungsmache und Mobilisierung des Mob nach Höcke’scher Prägung. Kann man innerhalb der deutschen Presse noch tiefer sinken? Als Beweis führt er persönliche Meinungsbeiträge in Form von einigen Facebook-Zitaten an.

Herr Reitschuster übersieht nach seinen eigenen Artikeln die Mehrheit der Posts, die ihn selbst anprangern, entlarven und überführen?

Für die Unterstellungen und erzeugten Verdachtsmomente Reitschusters gibt es nur einen Begriff, der es treffend zusammenfasst – Fake-News. Das sind bewusst fehlleitende Informationen ohne Beweise. Wir sehen keine Fakten, sondern nur lose Vermutungen. Sind seine Behauptungen und Beleidigungen nicht als üble Nachrede, Verleumdung und Volksverhetzung gegen ein Land zu deklarieren? Man stelle sich vor, Reitschuster hätte so gegen Erdogan gewettert.

Es ist ekelhafte Hetze gegen einen ganzen Vielvölkerstaat. Der an Russophobie erinnernde journalistische Fehlversuch ist nichts Anderes als ein kriegstreibender …

… psychologisch konstruierter Hass-Journalismus, der an ein Element der psychologischen Kriegsführung erinnert.

Der „Russland-Experte“ (Herr Reitschuster) sagte zum wiederholten Male (das wievielte Mal?) „Putin“ und er meinte „Russland“. Ich muss ihm jede Russland-Kompetenz nach so vielen Verzerrungen absprechen. Es sind Dinge, die Menschen von ihm fast täglich ertragen müssen.

Diesen, seinen Hass zu akzeptieren, ist bei allem Pluralismus nicht möglich. Er rief in vielen, bisherigen HuffPost-Beiträgen einfach pauschalierend, fern belegter Faktenlagen gegen ein ganzes Land auf. Russlands verdient aber bei aller Kritik vor allem Respekt. Es geht dabei um nichts Höheres, als den globalen Frieden.

Ich frage gleich im Gegenzug – nützt der Terror von Petersburg nicht eher dem entarteten Journalismus des Herrn Reitschuster?

Eine Online-Zeitung, die immer wieder Verschwörungstheoretiker brandmarkte, sitzt diesen mehr und mehr selbst auf. Stattdessen löscht Sie einen ↗ Beitrag, der die abstruse Hetze eines Herrn Reitschuster entlarven und das ursprüngliche Anliegen der HuffPost damit schützen wollte. Ich bedaure ob des erneuten Reitschuster-Ausfalls die verantwortungsbewussten Autoren bei dieser Zeitung. Ich schäme mich dafür, für diese Zeitung je Artikel recherchiert und publiziert zu haben.

Wo bleibt das öffentliche Gremium des Journalismus, das diesen Mann anprangert wegen gröbster Verstöße gegen publizistische Grundsätze – vor allem aber auch wegen ethisch-moralischer Entwertung, Entgleisung, Entartung und Entehrung des Journalistenberufes? Meine Meinung als Leser sei gestattet:

Herr Reitschuster – sie sind kein Journalist. Das waren sie höchstens mal.

Über den Autor:

Jahrgang 1961 – geboren/aufgewachsen in der Oberlausitz (Görlitz, Niesky);
Werdegang: Schlosser, Abitur, Hochschulabschluss, Berufsoffizier (Kommandeur, Hptm. a.D.), System Integration Engineer (Nanotechnologie, IT, QM);
Interessen: IT, Geschichte, Philosophie, Religionen, Natur und Wissenschaft;
Zugehörigkeit Partei oder Religion: keine;
Schreiben/Bloggen: über Gesellschaft und neue Technologien;
Im Internet: www.wolle-ing.de
Website zum Buch: www.wolle-ing.de/reise/baikal

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