russland.COMMUNITY: Marija Sacharova und die heuchlerische Empörung der LGBT-Bewegung

Foto: TV-Screenshot

[von Gert Ewen Ungar] Die kulturchauvinistische, neokoloniale und in ihrem Kern rassistische LGBT-Bewegung schlug heute wieder zu. Wen traf es wohl? Es wird keinen wundern, es traf Russland. Das Lieblingshassobjekt der neoliberalen, transatlantisch integrierten West-Schwuppe.

Die Schwestern im Westen sind empört. Zutiefst empört. Marija Sacharovoa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, weigerte sich, einem finnischen Journalisten zu seinen Fragen bezüglich angeblicher Schwulenverfolgung in der russischen Republik Tschetschenien Rede und Antwort zu stehen. Sie bittet vielmehr das Oberhaupt der Republik Ramsan Kadyrov öffentlich, den Journalisten bei seinen Recherchen vor Ort zu unterstützen.

Dass Sacharova etwas angenervt wirkt, hat einen guten Grund, denn vor kurzem erst wurde sie von Katie Couric für Yahoo News interviewt.

Das Interview ist sehr sehenswert, weniger wegen der gestellten Fragen. Die sind reichlich blöde. Vielmehr wegen der klugen Antworten Sacharovas. Um blöde Fragen zum Thema Tschetschenien geht es dann ab Minute 16:34.

Couric stellt nahezu die gleichen Fragen, die der um das Wohlergehen tschetschenischer Schwuler besorgte Journalist des finnischen Staatsfernsehens stellt. Sacharova gibt daher auch praktisch die gleiche Antwort.

Der westliche Qualitätsjournalismus hat ein Problem, denn ihre Repräsentanten sind offensichtlich ganz schlecht ausgebildet. Sie wissen allem Anschein nach nicht, wer wofür zuständig ist.

Sacharova jedenfalls verweist zurecht darauf, dass sie als Sprecherin des Außenministeriums für Außenpolitik zuständig ist. Das ist ihr Fachgebiet. Tschetschenien ist aber eine innere Angelegenheit, denn Tschetschenien liegt in Russland.

Dafür ist daher auch das Innenministerium zuständig. Merkt ihr was? Innere Angelegenheit – Innenministerium; äußere Angelegenheiten – Außenministerium. Es gibt da auch für Qualitätsjournalisten Zusammenhänge zu entdecken.

Man könnte eventuell noch mal den Regierunssprecher fragen, zum Thema müsste er was sagen können. Der heißt Dmitry Peskow und ist unter dieser Webadresse zu erreichen: www.kremlin.ru

Wahrscheinlich wird er sagen, dass sowohl die russische Menschenrechtsbeauftragte als auch die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe untersuchen, es also alles seinen rechtsstaatlichen Gang geht.

Das ist der westzentrierten, empörungswilligen LGBT-Gemeinde freilich nicht genug. Entsprechend müssen die Berichte über die Vorgänge mit Beifügungen wie “eiskalt”, “zynisch”, “drohend” ausstaffiert werden, damit das Grauen auch auf jeden Fall deutlich wird, mit dem man Russland verbinden möchte. Das hat natürlich mit Journalismus nichts zu tun. Das dient einzig und allein dazu Vorurteile und Rassismen zu züchten und aufrecht zu erhalten.

Man kann Sacharova nur zustimmen: Russland ist nicht die USA und Grosny ist nicht Orlando. Russland ist ein freies und vor allem friedliches Land, in dem noch nicht mal die Streifenpolizisten mit Pistolen bewaffnet sind. Fahrt einfach hin, schaut es euch an und stellt eure Fragen.

Hier der Bericht, der meinem Artikel zugrunde liegt. Er ist ein Beispiel ganz schlechten Stils.  Es geht aus ihm zudem deutlich hervor, dass es gar nicht um Aufklärung geht. Was in Tschetschenien tatsächlich passiert ist, ist der westlichen Polit-Homolette überhaupt nicht von Interesse. Von Interesse ist nur dieses wundervolle Gefühl, sich moralisch empören zu können, dass das Vorurteil bedient wird, und dass reichlich Spenden nach Russland in obskure NGOs fließen. Was passiert eigentlich mit der ganzen Kohle? Fragt da mal jemand nach?

Erstveröffentlichung bei logon-echon.com

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