Russland bereitet Sanktionen gegen rumänische Offizielle vor

Dmitrij Rogosin russischer Vizepremier Bild: A. Savin Wikipedia
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Der russische stellvertretende Premierminister Rogosin erklärte am Samstag in einem Interview mit dem TV-Kanal »Rossia-24«, Russland werde die Personen, die dafür verantwortlich sind, dass die Linienmaschine der S7, in der sich außer der russischen Delegation unter seiner Leitung auch ganz normale Passagiere befanden, ein Überflugverbot über rumänisches Hoheitsgebiet bekam, mit Sanktionen belegen.

Rogosin flog auf Einladung des moldawischen Präsidenten Igor Dodon, der den Vorfall als eine „persönliche Provokation“ betrachtet, in die moldawische Hauptstadt Chisinau. „Er [Dodon] fungierte offiziell als einladende Seite, er trug eine gewisse Verantwortung, er hatte seine eigenen Vereinbarungen mit der Regierung seines Landes. Das ist wie ein Schlag ins Gesicht“, so Rogosin.

Die rumänische Flugverkehrsleitung hatte mit der Begründung, es sei eine „sanktionierte Person“ an Bord, der S7-Linienmaschine den Flug über rumänisches Hoheitsgebiet verboten. Die Maschine war darauf in der weißrussischen Hauptstadt Minsk gelandet. Von dort flogen Rogosin und seine Delegation nach Moskau zurück.

Auf die Frage nach den Vergeltungsmaßnahmen, betonte Rogosin, dass es Sanktionen geben werde, „wenn Zeit und Ort gekommen sei“. Russland „weiß, wie man reagiert.“

Diese Antwort „wird natürlich nicht so emotional sein wie meine erste Reaktion. Wir werden feststellen, wer in Chisinau, Bukarest, Budapest und Brüssel hinter dieser Entscheidung stand. Wir werden die Leute herausfinden, die diese Entscheidung getroffen haben, unsere Sanktionen werden gemessen und gezielt sein“, sagte Rogosin.

Das russische Außenministerium hat entschiedenen Protest wegen Bukarests Überfllugverbots am Freitag angemeldet.
Moskau betrachtet den Vorfall als „eine absichtliche Provokation, die den bilateralen Beziehungen ernsthafte Schäden zufügt“, sagte das Ministerium. Wir haben die rumänischen Behörden aufgefordert, eine eingehende Untersuchung des Vorfalls durchzuführen und der russischen Seite die entsprechenden Erklärungen zu geben.“

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.