Russischer Fußballverband: „Keine Saisonvorbereitung in der Türkei!“

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Die russischen Fußballklubs stehen kurz vor der Winterpause – nach den Weihnachtsferien fahren die meisten von ihnen traditionell zur Saisonvorbereitung in die Türkei. Dort haben sie seit Jahren die guten Plätze, das gute Klima und die guten Preise liebgewonnen. In diesem Winter müssen sich ZSKA, Zenit und Co. aber wohl woanders umschauen – Sportminister Vitali Mutko, der zugleich den Fußballverband anführt, empfiehlt inständig, von Trainingslagern in der Türkei Abstand zu nehmen.

„Den russischen Vereinen wird ausdrücklich empfohlen, nicht zur Saisonvorbereitung in die Türkei zu fahren (…). Grund für diese Entscheidung sind die rapide schlechter gewordenen Beziehungen zwischen unseren Staaten“, erklärte Mutko am Mittwoch nach einer Verbandssitzung in Moskau.

Nach dem Schema Ukraine?

Da stellt sich natürlich die Frage, ob auf internationaler Ebene in Zukunft so verfahren wird wie im Fall mit den westlichen Nachbarn Russlands – wegen der Krise in der Ostukraine lässt die UEFA Russen und Ukrainer nicht mehr gegeneinander antreten. Droht jetzt etwas Ähnliches auch mit der Türkei?

Da stellt sich natürlich die Frage, ob auf internationaler Ebene in Zukunft so verfahren wird wie im Fall mit den westlichen Nachbarn Russlands – wegen der Krise in der Ostukraine lässt die UEFA Russen und Ukrainer nicht mehr gegeneinander antreten. Droht jetzt etwas Ähnliches auch mit der Türkei?

Der russische Volleyball-Verband hat zum Beispiel bereits die Bitte ausgesprochen, die anstehenden Spiele von Belogorja und Dynamo, die Anfang Dezember in Izmir und Istanbul stattfinden sollen, entweder nach Russland zu verlegen oder zu verschieben. Zu Beginn des nächsten Jahres spielen die Volleyball-Damen in der Türkei zudem um die Fahrkarten zu den Olympischen Spielen.

Keine Panik – alles wird gut?

Auf eine Anfrage der russischen Sportzeitung, ob sich das Procedere der EM-Auslosung am 12. Dezember in Paris und die Festlegung der K.o.-Runden-Begegnungen in Champions und Europa League ändern werden, hat die UEFA die kurze Antwort parat: „Keine Änderungen. Sollte es welche geben, werden wir dies mitteilen.“

Vielleicht ist ja auch alles gar nicht so schlimm, und Russland und die Türkei finden einen für beide Seiten annehmbaren Kompromiss? Dann vergessen wir alle Gedanken über Trainingslager-Boykott und Spielverbote zwischen russischen und türkischen Mannschaften und lassen die Politik da, wo sie hingehört – nämlich außerhalb der Spielstätten.

[sb/russland.RU]