Russischer Fußball: Drei in Europa weiter, Spartak ist Herbstmeister

Foto: monikabaechler CC0 Public Domain via Pixabay
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Im russischen Fußball hat die Winterpause begonnen. Rostow, Zenit und Krasnodar freuen sich auf die Play-Offs in der Europa-Liga und Spartak Moskau über die erste Herbstmeisterschaft seit 16 Jahren. ZSKA stehen dagegen schwere Zeiten bevor – das Aus auf europäischer Bühne wird begleitet vom Handtuchwurf des Cheftrainers Leonid Sluzki.

Die letzten Spieltage in der Premierliga waren gehandicapt vom frühen Wintereinbruch – da wurde zum Teil bei doppelstelligen Minustemperaturen gekickt. Das brachte natürlich sofort wieder die Diskussion über Sinn oder Unsinn der Herbst-Frühjahr-Regelung in Gange. Fakt ist jedoch – bis Anfang März rollt erst einmal kein Ball mehr in den russischen Weiten.

Eine echte Überraschung ist die Tabellenführung von Spartak Moskau, das in den letzten anderthalb Jahrzehnten schon fast vergessen hat, wie es sich anfühlt zu siegen. Mit 40 Punkten stehen die Rotweißen einsam an der Spitze, gefolgt von Zenit St. Petersburg und ZSKA Moskau (35 bzw. 32 Punkte).

Rostow freut sich auf die Europa-Liga und viel Geld

Auch die europäischen Wettbewerbe gehen in die Winterruhe. In dieser Woche gab es die letzten Gruppenbegegnungen in der Champions und Europa League. Rostow musste zum Abschluss in Eindhoven antreten. Dort geschah über weite Strecken nichts Erwähnenswertes. Erst gegen Ende nahmen die Hausherren die Initiative an sich und kamen mehrmals gefährlich vor das Tor der Südrussen.

Aber Rostow hielt dank seinem starken Torhüter Soslan Dschanajew und der stabilen Abwehr stand und rettete das 0:0 nicht nur über die 90 Minuten, sondern gleich über den Winter, wo im Februar die Fortsetzung in der Europa-Liga ansteht.

Rostow kann sich außerdem über einen reichen Geldsegen freuen: Für die Teilnahme an der Champions League überweist die UEFA insgesamt 15,2 Millionen Euro auf das ewig klamme Konto des russischen Vizemeisters.

ZSKA ohne Europa und ohne Sluzki

ZSKA muss sich von Europa verabschieden – das 1:3 im Wembley-Stadion gegen Tottenham befördert die Armeekicker auf den letzten Tabellenplatz und damit ins Aus. Zwar ging ZSKA zunächst in Führung, aber die Engländer legten schnell nach und gingen bereits mit 2:1 in die Pause. Den Schlusspunkt setzte ein Eigentor von Igor Akinfejew in der 77. Minute.

Für Leonid Sluzki war das Spiel das letzte als Trainer von ZSKA. Noch vor dem Match hatte er seinen Rücktritt erklärt. In seinem Abschiedsgruß auf der offiziellen Vereins-Webseite bezeichnete er die sieben Jahre an der Spitze des Moskauer Klubs als „beste in der Karriere“. Mit ZSKA gewann er drei Mal die russische Meisterschaft, einmal den Landespokal und zweimal den Supercup.

Zenit und Krasnodar vergeigen

In der Europa-Liga setzte es zum Jahresabschluss zwei Niederlagen: Zenit verpasste mit einem munteren 2:3 bei AZ Eindhoven die Chance, alle sechs Gruppenspiele zu gewinnen. Die große Müdigkeit in den Beinen war den Petersburgern deutlich anzumerken. Zudem ging es im Grunde um nichts anderes mehr als die Wiederholung des Rekords von 2010, als der Klub in der UEFA-Cup-Gruppenphase 18 Punkte holte. AZ brauchte dagegen den Sieg zum Weiterkommen und nutzte seine Chance.

Auch Krasnodar musste sich geschlagen geben – das Match in Nizza ging 2:1 für die Franzosen aus. Aber auch dies hat keine Folgen für den russischen Verein – Krasnodar hatte sich bereits im fünften Gruppenspiel das Überwintern in der Europa-Liga gesichert.

[sb/russland.NEWS]