Russischer Föderationsrat würdigt Fidel Castro

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Für den russischen Außenpolitiker Konstantin Kossatschow bedeute der Tod Fidel Castros „das Ende einer Epoche“, wie er via Facebook mitteilte. Ihm zufolge sei Castro, ebenso wie sein Kampfgefährte Che Guvara ein Symbol gewesen, den sein Leben voll von „revolutionärer Romantik und echtem Glauben an die Idee“ gelebt habe.

Des Weiteren betonte der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im russischen Föderationsrat, Castro habe immer an der Freundschaft zu Russland festgehalten, selbst nach dem Zerfall der Sowjetunion, die schon immer an der Seite der kubanischen Revolutionäre gewesen sei. Gennadi Sjuganow, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei, forderte auf, Russland solle sich als treuer Freund erweisen und Kuba auch weiterhin unterstützen.

Leider sei, laut Konstantin Kossatschow, Kuba unter Castro nicht zu einer aufblühende Oase geworden. Ursprünglich hatte Fidel Castro kein sonderlich inniges Verhältnis der Sowjetunion gegenüber. Erst 1960 am Rande einer UNO-Vollversammlung begann Castro allmählich, sich auch öffentlich positiv zur UdSSR zu äußern.

1962 kam es jedoch zu ersten Spannungen zwischen Kuba und Moskau, da sich Castro und Che Guevara übergangen fühlten, als die Sowjetunion ihre Raketen zur Beendigung der Kuba-Krise abbauten, ohne die kubanische Regierung darüber zu informieren. Nach dem Sturz Nikita Chruschtschows entwickelte Che Guevara Sympathien für den Maoismus, woraufhin Castro 1967 gestürzt werden sollte.

Castro jedoch folgte standhaft dem Internationalismus, und erhielt umfangreiche Entwicklungshilfe von der Sowjetunion, in enger Anlehnung an die Außenpolitik des Ostblocks. Im Gegenzug dazu entsandte Kuba Truppen zur Unterstützung kommunistischer Regime und Bürgerkriegsparteien. Der Politik Gorbatschows, geprägt durch Glasnost und Perestroika stand Fidel Castro bis zum Ende der Sowjetunion ablehnend gegenüber.

Der Maximo Lider, wie er genannt wurde, verteidigte zudem bis zuletzt die von ihm errichtete marxistisch-leninistische Ordnung des kubanischen Staates gegen die im In- und Ausland vorherrschenden Rufe nach wirtschaftlicher und politischer Öffnung.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.