Russischer Ebola-Impfstoff bis 2016

Genf, 25.01.2015 Ein  russischer Impfstoff gegen Ebola wird Anfang 2016 verfügbar sein, erklärte am Sonntag die Leiterin der Abteilung für Gesundheits- und Seuchenschutz im Ministerium für Gesundheitswesen der Russischen Föderation, Marina Schewyrewa.

«Ende 2015 werden wir die endgültigen Testergebnisse unseres Impfstoffes kennen. Dann muss er noch die Zulassung bekommen und zunächst in Russland registriert werden. Das braucht auch noch Zeit, so dass wir hoffen, das Präparat Anfang 2016 in unserem Land einsetzen zu können», erläuterte sie vor Journalisten in Genf.

Schewyrewa berichtete, dass derzeit noch präklinische Tests laufen, um die Sicherheit und Verträglichkeit des Impfstoffes festzustellen, die Parameter der Immunisierung und die Dosis des Impfstoffes zu bestimmen.

Dem Direktor des Moskauer Influenza-Forschungsinstitutes beim Nationalen WHO-Zentrum, Prof. Dr. biol. Oleg Kisseljow, zufolge, wird Russland Anfang März der Weltgesundheitsorganisation seine Bereitschaft zu Tests mit Probanden erklären. Anschließend sollte die WHO ihre Empfehlungen aussprechen und das Land zur Durchführung der nächsten Testphase autorisieren.

«Wir haben keine natürlichen Ebola-Herde», sagte Schewyrewa. „Aber die Gefahr, das Virus einzuschleppen, ist nicht geringer geworden.» Sie wies darauf hin, dass viele russische Bürger in Ebola-gefährdeten Gebieten in medizinischen Einrichtungen oder auch diplomatischen Vertretungen arbeiten. «Außerdem sind wir Ziel Tausender Flüge aus aller Welt, ein großer Teil davon aus afrikanischen Ländern; bei uns lernen Studenten aus von Ebola betroffenen Staaten. Deshalb brauchen wir ein hohes Niveau der Bereitschaft.»

Wie sie mitteilte, entwickelt das russische Gesundheitsministerium derzeit ein Programm zur Schaffung einer nationalen Behörde für Infektionserkrankungen sowie zur Erhöhung der Bereitschaft im Falle des akuten Risikos für das Auftreten besonders gefährlicher Infektionen.