Russische Wirtschaft schrumpft um 4,7 %

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Glaubt man den Zahlen der russischen Vneschekonombank (VEB), so ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2015 mit minus 4,7 Prozent noch deutlich stärker gefallen als im ersten Quartal. Im Zeitraum Januar bis März lag der Rückgang bei 2,2 Prozent. Insgesamt ergibt sich nach den VEB-Zahlen ein Minuswachstum von 3,5 Prozent für das erste Halbjahr.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen summieren den Einfluss der wesentlichen Faktoren der Wirtschaftskrise: Lohn- und Gehaltskürzungen in der Privatwirtschaft (meist in Form des Verzichts auf zuvor übliche Prämienzahlungen), die Kürzungen wesentlicher Positionen im Staatshaushalt um pauschal 10 Prozent seit Jahresbeginn und die im ersten Halbjahr verglichen mit dem Vorjahr deutlich höheren Zinsen. Der daraus resultierende Kaufkraftverlust bei den Privathaushalten, die Zurückhaltung bei den Staatsausgaben und der Verzicht auf nun wesentlich teurer gewordene Investitionen erklären die spürbare Kontraktion.

Wegbruch des Ukrainehandels

Auch die relative Erholung des Rubels im Vergleich zu Dollar und Euro im zweiten Quartal sowie parallel der Anstieg der Ölpreise konnten den geballten Effekt der genannten Faktoren nicht kompensieren. Hinzu kommt, dass der Wegbruch des wirtschaftlichen Austauschs mit der Ukraine, der in der Ukraine selbst zu zweistelligen BIP-Einbrüchen führt, auch in Russland seine Spuren hinterlässt.

Insbesondere die Privathaushalte reagieren mit einem gnadenlosen Konsumverzicht.

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