Russe im Toten Meer ertrunken

Foto: Iehollaender CC0 Public Domain via Pixabay
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Da hat er etwas geschafft, was hinlänglich als unmöglich gilt: Ein Russe ist im Toten Meer ertrunken. Wegen seines hohen Salzgehalts kann ein Körper normalerweise nicht unter die Wasseroberfläche des Gewässers sinken. Der Unfall ereignete sich in Israel.

Ein 67-jähriger russischer Staatsbürger wurde heute Morgen leblos an einem Strand aufgefunden, wie die Nachrichtenagentur dpa nach Meldungen des Rettungsdienstes »Magen David Adom« berichtet. Laut der Sanitäterin Schani Gamliel lag der Mann bewusstlos ohne Puls und ohne Atem am Strand. „Ein Bademeister versuchte, ihn wiederzubeleben. Nach längeren Versuchen, sein Leben zu retten, mussten wir ihn für tot erklären“ so die herbeigerufene Ersthelferin. Der Ertrunkene hielt sich den Angaben zufolge als Tourist in Israel auf.

Das Tote Meer, in dem sich das Unglück ereignete, gilt als eines der Gewässer mit dem höchsten Salzgehalt. 428 Meter unter dem Meeresspiegel gelegen, grenzt es an Israel, Jordanien und das von Israel besetzte Westjordanland. Der Salzgehalt liegt bei durchschnittlichen 28 Prozent, das Mittelmeer im Vergleich dazu, kommt auf lediglich 3,8 Prozent. Kuraufenthalte in den Sanatorien entlang der Küste des Salzsees werden mittlerweile wegen der nachgewiesenen Heilwirkung bei Hauterkrankungen von Krankenkassen übernommen.

Da die hohe Dichte des Wassers den menschlichen Körper wie einen Plastikball an der Oberfläche hält, ist der Badetourismus in der Region äußerst beliebt. Zu Unfällen kann es, wie nun geschehen, dennoch kommen, wenn das extrem salzhaltige Wasser in die Lungen gerät. Das private Rettungsunternehmen »Helen« hat deshalb bis zu 60 ausgebildete Rettungsschwimmer saisonal in den Badeorten im Einsatz.

[mb/russland.NEWS]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.