Rebelleneinheit im Kampf [Video aus YouTube]

Zwanzig Minuten mit einer Einheit in Miusinsk mit Feuergefecht und Erbeutung Raketenwerfer werden zum YouTube-Hit

Für gewöhnlich sind die erfolgreichsten Videos des russischen YouTube maximal Fünfminüter. Mit über einer halben Million Zuschauer hat es in die russische Video-Top-Ten nun ein Film geschafft (Video unten unter der Erläuterung), der über 20 Minuten eine Einheit der ostukrainischen Rebellen in Miusinsk durch das Kampfgeschehen begleitet.

Ohne Kommentar, aber tiefer Einblick

Dabei kommt das Video ohne Kommentar aus und wurde offensichtlich einfach von einem Beteiligten mitgefilmt und nicht bearbeitet, denn verschiedene Fehler sind noch vorhanden. Wahrscheinlich ist der Film so erfolgreich, weil er dadurch sehr authentisch den Tag in einer Einheit der Separatisten vermittelt. Dabei auch einfallsreicher Posttransport unter Beschuss (ca. 6 min.) gefolgt von einigen Gesprächen mit Mitgliedern der Einheit, dem Abschuss diverser Waffen und dem Zusmmentreffen mit anderen zu einer großen Einheit (ca. 12 min.).

Treffen auf Zivilisten und Erbeutung Grad-Raketenwerfer

Hier treffen die Soldaten auch auf örtliche Zivilisten und hier kann sich jeder selbst ein Bild machen, wie diese zu den Rebellen stehen dürften. Bei 19 min. entdeckt die Einheit einen von der ukrainischen Armee aufgegebenen Grad-Raketenwerfer, eine berüchtigte Waffe, die auf beiden Seiten schon eingesetzt wurde und auch vielen Zivilisten das Leben kostete. Sie hat als „Erbe“ der Stalinorgel vor allem das Ziel, einen bestimmten Bereich mit Geschossen flächendeckend einzudecken. Zivilisten erzählen von der Einheit, die das Teil zurückgelassen hat. Am Ende wird Ausrüstung der Regierungstruppen gezeigt sowie die Schäden am Grad, die zur Zurücklassung führten. Gezeigt wird auch die bereits mehrfach von den Rebellen „gerügte“ mangelhafte Qualität der ukrainischen Stahlhelme.

Hintergrund

Bild und Ton laufen nicht immer synchron. Aus Miusinsk hatten die Rebellen in den letzten Tagen Erfolge gemeldet und wohl auch deswegen dieses Video von dort lanciert. Mit dem Video wollen wir die Rebelleneinheiten nicht als Helden darstellen. Der Zuschauer wird merken, wenn für die Kamera etwas Posing ins Spiel kommt. Allerdings schildert der Clip realer als viele andere den Konflikt aus Rebellensicht, was im deutschen TV ja komplett fehlt. Weiterhin ist davon auszugehen, dass der Film in Russland im Laufe der kommenden Woche von einem großen Teil der Bevölkerung, der online ist, geschaut wird und damit auch deren Blickwinkel auf den Konflikt beeinflusst.