Reaktionen aus Russland zu den Terroranschlägen in Paris

Vor der französischen Botschaft in MoskauVor der französischen Botschaft in Moskau
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Putin fordert gemeinsames entschlossenes Handeln

In seinem Beileidstelegramm an den französischem Präsidenten Francois Hollande drückt der russische Präsident Wladimir Putin das Mitgefühl des gesamten russischen Volkes sowie die Bereitschaft,jegliche Hilfe in der Untersuchung dieser terroristischen Verbrechen zu gewähren.

Wörtlich heißt es: „Diese Tragödie ist ein weiteres Zeugnis des barbarischen Wesens des Terrorismus, der die menschliche Zivilisation bedroht. Es ist offensichtlich, dass für den wirksamen Kampf mit diesem Übel die reale Vereinigung der Bemühungen der gesamten internationalen Gemeinschaft gefordert ist.

Ich erkläre die Bereitschaft der russischen Seite zur engsten Zusmmenarbeit mit den französischen Partnern bei der Untersuchung des in Paris verübten Verbrechens. Ich bin sicher, dass seine Auftraggeber und Vollzieher ihre verdiente Strafe erhalten werden.“

Parlament berät über Maßnahmen

(Interfax) Das Komitee für internationale Angelegenheiten des Rates der Föderation des russischen Parlamentes in der Sitzung wird am Montag Maßnahmen erörtern, die Russland in Zusammenhang mit den Terrorakten in Paris ergreifen könnte, und wird die Vorschläge zu einer möglichen Reaktion des Oberhauses des Parlaments auf die Pariser Ereignisse vorbereiten, teilte der Vorsitzende des Komitees, Konstantin Kossatschew, mit.

«Wir werden besprechen, was Russland unter diesen Bedingungen machen kann, wie die politischen, einschließlich der parlamentarischen Kontakte genutzt werden können“, erklärte Kossatschew am Sonnabend gegenüber Interfax.

«Auf der Grundlage der Diskussion werden wir Vorschläge für eine mögliche Reaktion der Parlaments insgesamt vorbereiten».

Moskauer Polizei in erhöhter Bereitschaft

(TASS) Die Moskauer Polizei bleibt im Zusammenhang mit der Bedrohung durch den Terrorismus und Extremismus in erhöhter Bereitschaft, teilte ein Mitarbeiter der hauptstädtischen Verwaltung des Innenministeriums mit. Bereits in der vorigen Woche hatte der Leiter der Behörde, Anatolij Jakunin, darüber informiert, dass wegen dieser Gefahren die Polizei ihren Dienst intensiviert hat. Er machte deutlich, dass dieses Regime so lange aufrecht erhalten wird, wie es notwendig ist. Derzeit analysieren die Geheimdienste die Lage nach den Terrorakten Paris und legen fest, welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, unter anderem bei Großveranstaltungen erforderlich sind, sagte ein Mitarbeiter der russischen Geheimdienste.

Kadyrow ruft zum gemeinsamen Kampf gegen den IS auf

Der Chef der Tschetschenischen Republik, Ramsan Kadyrow, hat die Führer der mohammedanischen Länder gerufen, gemeinsam gegen die in Russland untersagte Terroristentruppe «Islamischer Staat» zu kämpfen. Das schrieb er in seinem Instagram-Blog in nach den Terroranschlägen in Paris.

«Es muss man das Übel an der Wurzel zerstören. Anders werden die Horden der Terroristen, gleich den Mauren, durch alle Länder und die Städte der Erde ziehen» erklärte der tschetschenische Staatschef. „ Wir rufen erneut die Führer der arabischen und mohammedanischen Länder auf, ihre Bemühungen gegen den Islamischen Staat zu vereinen. Es gibt keinen anderen Ausweg aus dieser Situation». Kadyrow erinnerte daran, dass in den Reihen des IS Zehntausende Menschen aus verschiedenen Ländern ausgebildet wurden.

Sjuganow: Sicherheitsmaßnahmen in Russland verstärken

(TASS) Der Führer der russischen Kommunisten (KPRF), Gennadij Sjuganow, hält es für geboten, die Sicherheitsmaßnahmen in Russland vor dem Hintergrund der gestrigen Anschläge in Paris maximal zu verschärfen.

«Lassen Sie uns den Kampf allen Richtungen verstärken, dann werden Sie sehen – das Ergebnis wird gut», meinte der Politiker gegenüber TASS.

Er forderte, dass alle Behörden, die gegen das Verbrechen kämpfen, effektiv vorgehen müssen. «Die Bürger sollen in Sicherheit leben und sich nicht umschauen müssen, wenn sie aus dem Haus gehen». Sjuganow betonte, dass «es niemals zu viel Sicherheitsmaßnahmen geben kann, und sie nun aktiv verstärkt werden müssten. Denn wir leben in einer schutzlosen Welt»