Rating kommt von „Raten“? Endlich ein reales Rating?

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[Kommentar von Uwe Niemeier] In den letzten Monaten sind Ratings in Russland und Kaliningrad sehr modern und beliebt geworden. Das Problem war und ist, dass Ratings verschiedener Agenturen zu ähnlichen Themen oftmals völlig andere Resultate brachten.

Man konnte bei diesen Ratings den Eindruck gewinnen, als ob die Befragung in unterschiedlichen Kontinenten unseres Erdballs zu Problemen in Russland durchgeführt worden sind und nicht in einer Stadt bzw. einem Land unter der eigenen Bevölkerung.

Nun ist klar, dass jedes Rating natürlich in erster Linie das Ziel verfolgt, die Bevölkerung mit Ziffern über Fakten zu informieren. Man publiziert Meinungsäußerungen die auf der Straße, für die Befragten unerwartet, innerhalb weniger Minuten aufgenommen werden, nach bestimmten „innerbetrieblichen“ Richtlinien ausgewertet und dann dem Rest des Landes als „Wahrheit“ präsentiert werden. Und dann beginnt bei den Lesern dieses Ratings ein eigener Prozess der Meinungsbildung. Entweder bestätigt das Rating die schon vorhandene Meinung oder man passt sich der Meinung an oder, wenn man sich mit dem Thema vorher nie befasst hat, dann ist dies die beste Möglichkeit eine Meinung „verbrauchsfertig“ zu erhalten und sie gleich den Nachbarn oder Arbeitskollegen als Wahrheit und Meinung des Volkes zu erzählen: „… weißt du übrigens …“