Quo vadis, Kapitalismus? Gespräch über eine in die Jahre gekommene Gesellschaftsform

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[Von Eugen von Arb] Im Rahmen des Deutsch-russischen Salons im Deutschen Generalkonsulat St. Petersburg stellten sich der österreichische Wirtschaftsjournalist und Buchautor Wolf Lotter und der russische Ökonom und Publizist Dmitri Travin den Fragen zum Thema “Kapitalismus”. Als Moderator versuchte Russland-Korrespondent Stefan Scholl die Aktualität und Zukunftsperspektiven dieser bald 200 Jahre alten Gesellschaftsordnung zu ergründen.
Obschon die beiden Kapitalismus-Experten sehr verschiedene Ausgangspunkte hatten, trafen sie sich im Verlauf des Gesprächs auf einer Linie. Wolf Lotter, der sein Buch “Zivilkapitalismus. Wir können auch anders” mitgebracht hatte, ging vom Kapitalismus als positive Erscheinung, einem Instrument der Gesellschaft zur Weiterentwicklung aus.

Paradoxerweise seien die meisten Ökonome Antikapitalisten, weil der Kapitalismus sehr negativ behaftet sei, meinte er. Dabei habe er trotz der negativen Erscheinungen wie zum Beispiel Kinderarbeit und Elendsquartiere im ersten Jahrhundert seiner Existenz (1840-1940) zu einer Verdoppelung der Lebenserwartung und zu einer mehrfachen Erhöhung des Durchschnittseinkommens geführt.

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