Putins Russland ist schuld!

Till Eulenspiegel, Bronzefigur in Mölln von Karlheinz Goedtke

Sanktionen! der westen hats eilig. zeit ist geld. das wachstum muss schneller wachsen. die größten gewinne und zuwächse sind im waffengeschäft zu machen. der gipfel des wettbewerbs.

der gewählte präsident der ukraine stellte sich dem wachstum in den weg. dabei hatte die eu ihm doch so ein hübsches ding andrehen wollen, öhm, unterbreitet. das assoziierungspaket. und nu is er wech. das kommt davon.

als nun die vom westen beglückwünschte ukraine sich gar nicht beruhigen konnte – über ihr neues glück, setzten sich die vier irgendwie anteilnehmenden vertreter der usa (was haben die eigentlich in der ukraine verloren? keine weiteren fragen bitte!), russlands, der eu und kiews an einen tisch in genf, wo sie übereinkamen, es solle wieder ruhe einkehren in der ukraine.

die waffen sollten ruhen im westen wie im osten. mit ihrer unterschrift verpflichteten sich alle beteiligten, den illegal bewaffneten gruppen in der ukraine die waffen zu nehmen. auch alle besetzten gebäude und straßen und plätze sollten geräumt werden.

das klang gut. und der russische außenminister lawrow hatte keine bauschmerzen beim signieren des dokuments. er wusste besser als viele kommentatoren, dass die neuen herren in kiew ihre sympathisanten vom rechten sektor niemals entwaffnen würden/könnten, weil sie sich damit einer stütze ihrer macht berauben würden.

die anderen unterzeichner in genf merkten erst nachher, was sie unterschrieben hatten, und drängten putin bzw. russland ungeduldig, die prorussischen aufständischen in der ostukraine zurückzupfeifen und nach hause zu schicken.

die nachrichtenredaktionen im westen wiederholten und verstärkten die aufforderung an moskau, zur deeskalation tätig zu werden. keine sau kümmerte sich um den ganzen text des genfer abkommens.

der kreml aber half nach und erinnerte die einäugigen vertreter des westens an die pflicht der kiewer machthaber, sich mit eifer der illegal bewaffneten im westen der ukraine anzunehmen. das traf und trifft auf taube ohren. stimmen im westen werfen putin vor, das abkommen nur unterzeichnet zu haben, um zeit zu gewinnen. das aber wäre eine ungeheuerlichkeit. siehe oben. time is money.

und nun noch die panne mit den falschen osze-beobachtern in slawjansk! eine gruppe deutscher und ukrainischer militärs, zur tarnung angereichert durch einzelne vertreter aus anderen eu-ländern, schaukelte per bus durch die ostukraine, um mal nach dem rechten zu sehen.

unglücklicherweise kamen den besetzern von slawjansk der bus und seine insassen etwas spanisch vor, und sie schauten genauer hin. so fanden sie die karten mit eingezeichneten straßensperren (der aufständischen). auch entdeckten sie munition und sprengstoff im bus.

sowas ist ungewöhnlich für echte osze-beobachter. wie sich herausstellte, waren die deutschen und ukrainischen soldaten im bilateralen auftrag aus berlin und kiew unterwegs. die männer ohne uniform mussten es sich daher gefallen lassen, als nato-spione bezeichnet und vorgeführt zu werden.

es trat der äußerst seltene fall ein, dass ein mitglied der partei die linke und ein vertreter der fdp einhellig das vorgehen der bundesregierer als deppenstück einstufen. doch das hindert unsere amerikanischen freunde nicht, die sanktionen gegen russland wiederum zu verschärfen. warum weigert sich putin aber auch stur, endlich etwas beizutragen zur deeskalation in der ostukraine!
h.yuren
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