Putin: „Joseph Blatter hätte den Friedens-Nobelpreis verdient!“

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Bei seiner Jahrespressekonferenz ließ sich der russische Präsident zu einem gänzlich unerwarteten Statement hinreißen: FIFA-Chef Blatter habe einen riesigen Beitrag im humanitären Bereich geleistet und müsste für seine Verdienste mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden.

Bei der großen Pressekonferenz in Moskau ging es natürlich auch um den Sport – Sotschi, Doping, FIFA-Skandal und die kommende Fußball-WM in Russland wurden angesprochen. Wladimir Putin gab dem Thema eine überraschende Wendung: „Was Joseph Blatter angeht: Er ist ein sehr geachteter Mensch. Er hat sehr viel für den Weltfußball getan. Wissen Sie, sein Beitrag im humanitären Bereich in der Welt ist kolossal. Er hat den Fußball immer nicht nur als Sport angesehen, sondern als Element in der Zusammenarbeit zwischen Ländern und Völkern. Er ist es, dem man den Friedensnobelpreis geben sollte.“

US-Rechtsprechung darf nicht aufgezwungen werden

Zum FIFA-Skandal sagte der russische Staatschef, die USA hätten kein Recht, ihre Rechtsprechung auf andere Länder auszuweiten: „Zur Erinnerung: Im Rahmen der Ermittlungen werden überall in der Welt massehaft FIFA-Funktionäre verhaftet und dann in die USA ausgewiesen.“ Die Praxis, überall in der Welt Leute aufzugreifen und sie zu Ermittlungen in die USA zu schaffen, sei unannehmbar, so Putin. Es sollte transparent, offen und partnerschaftlich miteinander umgegangen werden. Ob es bei der FIFA „Elemente der Korruption“ gebe, müssten die Untersuchungen zeigen, bisher gebe es keine Ergebnisse.

Russland habe das Recht auf die Austragung der Fußball-WM 2018 jedenfalls „im ehrlichen Konkurrenzkampf erworben“, ist sich Putin sicher. Moskau habe keinerlei Druck auf die FIFA ausgeübt, was die Wahl des Gastgeberlandes betraf.

WM 2018: „Ehrlicher Konkurrenzkampf“

„Erinnern Sie sich: Ich bin damals gar nicht zu der Abstimmung gefahren, sondern erst hinterher, um mich da nicht einzumischen und keinerlei Druck auszuüben. Wir hätten da auch gar keinen Druck machen können“, erklärte Putin weiter.

Nach der Pressekonferenz kehrte der russische Präsident in einem Gespräch mit Journalisten noch einmal zum Thema WM zurück. Er sagte, alle Projekte für die Weltmeisterschaft würden rechtzeitig umgesetzt werden: „Im Haushalt sind alle nötigen Gelder festgeschrieben, alle mit der Weltmeisterschaft verbundenen Projekte werden realisiert.“

[sb/russland.RU]