Putin antwortet auf Pressefragen

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Wladimir Putin beantwortete Fragen von russischen Journalisten im Anschluss seiner Teilnahme der 70. UN-Vollversammlung.

Wladimir Putin: Guten Abend! Oder gute Nacht, wenn wir in Moskauer Zeit sprechen. Bitte, fahren Sie fort.

Frage: Herr Präsident, könnten Sie bitte Ihre ersten Eindrücke Ihres Besuchs schildern? Wie gefällt Ihnen New York?Was sind Ihre Gedanken bei den Reden der Staatsoberhäupter?

Wladimir Putin: Wie Sie verstehen können, bin ich überhaupt nicht gekommen, um New York zu sehen. Ich bin geradewegs vom Flughafen zum UN-Hauptquartier gegangen. Während der Fahrt sprach ich mit unserem UN-Vertreter, deshalb habe ich leider von New York nichts gesehen. Es ist viel zu schade, natürlich – es ist eine große, großartige Stadt.

Bezüglich der Reden der Oberhäupter, soweit ich in der Lage war sie zu hören, dachte ich, dass sie sehr konstruktiv waren. Die Probleme wurden auf eine aktuelle, aufrichtige und tiefgehende Weise gebracht. Ich denke, dass feierliche Ereignisse wie diese nichtsdestotrotz für die globale Politik nützlich sind.

Frage: Herr Präsident, ich nehme an, dass meine Frage zum Treffen mit Barack Obama nicht sehr originell ist. Die Sitzung hat länger gedauert, als geplant. Wie würden Sie den gegenwärtigen Stand der Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten beschreiben? Wie bewerten Sie die Möglichkeit des Dialogs mit den Vereinigten Staaten zu Syrien und der Ukraine? Und dementsprechend im Hinblick auf das Treffen am 2. Oktober in Paris, haben Sie den Eindruck, dass es für die Vereinigten Staaten möglich ist, eine Hauptrolle im Bewerten der ukrainischen Krise zu spielen?

Wladimir Putin: Leider sind die Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten auf einem ziemlich tiefen Stand. Das ist ohne jeglichem Kommentar von mir deutlich. Aber es war nicht unser Entschluss, solch einen Niedergang in den Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten zu verursachen. Das ist die Position unserer amerikanischen Partner. Ist es gut, oder ist es schlecht? Ich denke, dass es, sowohl für bilaterale Beziehungen, als auch für globale Angelegenheiten, schlecht ist. Aber das war die Wahl der Vereinigten Staaten. Wir sind immer bereit, Kontakte zu entwickeln und umfassende Beziehungen wieder herzustellen.

Bezüglich der heutigen Sitzung war es sehr nützlich und, was besonders angenehm ist, war es sehr aufrichtig. Ich denke, dass unsere amerikanischen Partner ihre Position ganz klar zu vielen Problemen, einschließlich die Bemessung der Situation in der Ukraine und Syrien sowie dem Nahen Osten insgesamt, erklärt haben. In der Tat, so überraschend es scheinen mag, haben wir viele übereinstimmende Punkte und Meinungen zu all diesen Problemen. Wir haben auch Differenzen, bei denen wir uns geeinigt haben, zusammen zu arbeiten. Ich hoffe, dass diese Arbeit konstruktiv sein wird.

Bezüglich der Möglichkeit der aktiveren Teilnahme der USA in der Beurteilung des ukrainischen Konflikts nehmen die Vereinigten Staaten bereits recht aktiv teil, wenn auch nicht an der vordersten Front, wie es das Wirken von Russland, Frankreich und Deutschland im so genannten Normandie- Format ist.

Dennoch stehen die Vereinigten Staaten bis zu einem gewissen Grad hinter den Kiewer Behörden und sie sind in ständigem Kontakt mit den Europäern. Jedoch haben Russland und die Vereinigten Staaten gute regelmäßige Arbeitskontakte durch das Außenministerium und das State Department aufgenommen. Und die heutigen Konferenzen zeigten, dass unsere amerikanischen Kollegen völlig Involviert sind und natürlich werden sie einen Einfluss auf diesen Prozess haben.

(Fortsetzung folgt)

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