Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

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Spießbürgertum und Kleingeistigkeit feiert Triumphe. Wuppertal sagt die Enthüllung des mit russischem Geld restaurierten Drei-Kaiser-Denkmals in den Hardt-Anlagen ab – wegen der Gewalt in der Ukraine. Das Denkmal erinnert an die drei Monarchen, die vor 200 Jahren Napoleons Truppen vertrieben und später die „Heilige Allianz“ formten: Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Franz I. von Österreich und Zar Alexander I. von Russland.
Der russische Botschafter schrieb daraufhin einen bösen Brief an Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin. Der Energiekonzern Gazprom hatte 70.000 Euro für die Restaurierung gezahlt, meldet die Süddeutsche.

Mit der Ukrainekrise beschäftigen sich – je nach der vorgegeben Generallinie mal seriöser, mal weniger seriös und manipulierend, mal reißerischer – folgende Zeitungen:
Handelsblatt.com: »Russland heizt die Ukraine-Krise an«
Spiegel-online: »Osten der Ukraine: Nato bestätigt Militärtransporte aus Russland«
Süddeutsche.de: »Russischer Militärkonvoi soll in die Ukraine gelangt sein« 
Die presse.com: „Russland plant eine umfassende Invasion der Ukraine“
kleine zeitung.at: »OSZE befürchtet Gewalteskalation in der Ostukraine«

Die Frankfurter Allgemeine gibt den Separatisten das Wort und schreibt: Separatisten in der Ostukraine haben Berichte über massive militärische Unterstützung aus Russland abermals zurückgewiesen. Bei den Lastwagenkonvois mit Waffen und Kämpfern im Krisengebiet, die unter anderem von Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) gesehen wurden, handele es sich um Kolonnen der Aufständischen und nicht um russische Truppen, sagte einer der Separatistenführer, Boris Litwinow, am Mittwoch in Donezk.

Über Sanktionen spekulieren:
Die Nachrichtenagentur Reuters: »EU berät kommende Woche über härtere Russland-Sanktionen«
t-online: »Merkel schließt neue Sanktionen gegen Moskau aus«

Die »Internet- & Blogzeitung für die Zivilgesellschaft DIE FREIE WELT« beschäftigt sich mit einer Studie des »Instituts für strategische Studien Berlin (ISSB e.V.)«: Erdölpreis und Rubelabwertung, Ölpreis: Wie lange hält Russland durch? Der Ölpreis ist auf Talfahrt. Für Ölexporteure wie Russland ist das ein Problem. Wenn das Land zusätzlich Anteile am Gasmarkt verliert, hat dies Folgen. Der Rubel ist bereits im Sinkflug.

Die Welt meldet mit Bezugnahme auf Teilnehmer der Jahreskonferenz des Londoner Goldmarktverbandes (LBMA) in Peru, die namentlich nicht genannt werden wollten, dass die russische Zentralbank als Reaktion auf die westlichen Sanktionen Insidern zufolge verstärkt Gold aus heimischen Minen aufkauft. Die Käufe seien nötig, da die russischen Banken als Abnehmer der heimischen Edelmetallproduktion auf ihren Goldbeständen sitzen blieben.

Zum gleichen Thema schreibt format.at »Rubel-Krise Russland forciert den Kauf von Gold«

Moskau und Teheran haben eine Vereinbarung über den Bau von acht Atom-Kraftwerken am Persischen Golf getroffen. Über den Wert des Vertrags ist bisher nichts bekannt. Sowohl der Bau der neuen Reaktoren als auch die Lieferung von Ausrüstung und Brennstoff sollen unter der Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Behörde stehen, schreibt die Deutsche Wirtschafts Nachrichten.

Das Handelsblatt berichtet, dass Russland die Patrouillen seiner Langstreckenbomber bis an den Golf von Mexiko und damit bis an die US-Grenze ausweiten will. Das teilte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch in Moskau mit. Die Flüge sollten ein Gebiet vom Arktischen Ozean über die Karibik bis hin zum Golf von Mexiko abdecken.

Zum ersten Mal seit 14 Jahren hat sich Russland geweigert, die Verlängerung eines Hilfseinsatzes der Europäischen Union in Bosnien zu unterstützten. Russland enthielt sich am Dienstag bei der Abstimmung über die Militärmission im UN-Sicherheitsrat in New York, während alle weiteren Ratsmitglieder für eine einjährige Ausweitung votierten, meldet die WirtschaftsWoche.
Moskau begründete den Schritt damit, dass Bosnien nicht von Kräften von außerhalb gedrängt werden solle, sich der EU anzuschließen.