Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

Während die Kontrahenten Russland und Ukraine in Brüssel weiter über die Bedingungen für die Gaslieferungen für den nahenden Winter verhandeln, gaben sie beide fast gleichzeitig ihre neuesten Getreide-Ernteschätzungen heraus. Demnach erwartet Russland eine Getreideernte von über 100 Millionen Tonnen. Der Durchschnittsertrag ist um 13 Prozent (%) höher als im Vorjahr. Und trotz der kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine in den vergangenen Monaten wird auch in der Ukraine insgesamt mit einer größeren Getreideernte als im Vorjahr gerechnet. Mitte Oktober schätzte das dortige Landwirtschaftsministerium die Gesamt-Getreideernte 2014 auf über 60 Millionen Tonnen, meldet agrarheute.com.

airliners.de berichtet: Der chinesische Flugzeughersteller Comac will zusammen mit der russischen United Aircraft Corp. ab dem kommenden Jahr ein neues Widebody-Flugzeug entwickeln. Russischen Medien zufolge könnte die Ilyushin IL-96 als Basis für die Entwicklung des neuen Flugzeugs dienen, das eine Kapazität von 250 bis 300 Sitzen haben soll, berichtete Air Transport World.

Zeit-online beschäftigt sich unter der Überschrift „Russischer Basar“ mit den chinesisch-russischen Kooperationen und kommt schlussendlich zu der Erkenntnis, dass bei aller Freundschaft jeder seine eigenen wirtschaftlichen Interessen im Auge behält.

Ebenfalls in Zeit-online stellt Außenminister Steinmeier Überlegungen an, wann und wie die Sanktionen zurückgenommen werden können und fordertб schon jetzt die Kriterien dafür festzulegen.

Einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von „Lissabon bis Wladiwostok“ schlug Russlands Präsident schon vor vier Jahren vor. Außenminister Lawrow holt die Pläne nun wieder aus der Schublade. Dabei könnte die Europäische Union von einer Freihandelszone deutlich mehr profitieren als Russland, meint RBTH.

finanzen.net meldet unter der Überschrift „Vorerst kein Gefechtsübungszentrum für Russland“, dass der Rüstungskonzern Rheinmetall ein von Russland gekauftes Gefechtsübungszentrum bis auf weiteres nicht an Russland ausliefern darf. Wegen der EU-Sanktionen durfte die Bundesregierung die bereits erteilten Ausfuhrgenehmigungen widerrufen, wie der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel in einem am Dienstag bekanntgegebenen Beschluss entschied.

Die Welt bezieht sich auf eine Meldung der „New York Times“, die berichtet, die ukrainische Armee soll im Kampf um die von prorussischen Separatisten besetzte Stadt Donezk im Osten des Landes Streubomben eingesetzt haben. Die „New York Times“ beruft sich auf materielle Beweise sowie Interviews mit Zeugen und Opfern. Streubomben zerteilen sich vor dem Aufprall in viele kleinere Sprengsätze, sogenannte Bomblets.

Nachrichten der Agentur RIA-Novosti:
Asien und andere Entwicklungsmärkte  sind nach der Einschätzung des russischen Ex-Finanzministers Alexej Kudrin nicht in der Lage, für den Kapitalmarkt der EU und der USA, zu dem mehrere russische Unternehmen wegen Sanktionen keinen Zugang mehr haben, als Lückenfüller einzuspringen.
Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP)  in Russland hat sich laut dem Minister für Wirtschaftsentwicklung, Alexej Uljukajew, im Zeitraum Januar – September des laufenden Jahres auf 0,7 Prozent belaufen.
Russland prüft nicht die Variante  mit einem europäischen Vermittlerunternehmen, das an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine das Gas kaufen würde, wie Gazprom-Chef Alexej Miller sagte.
Die selbsterklärte Donezker Volksrepublik (DVR)  wird bereits in dieser Woche mit dem Kohleexport auf die Krim beginnen, wie Alexej Granowski, Brennstoff- und Energieminister der DVR, Journalisten mitteilte.
Russland hat laut Valetina Matwijenko,  Chefin des russischen Oberhauses (Föderationsrat), nicht vor, den Internetzugriff einzuschränken – darüber wird aktuell gar nicht diskutiert.
Die ukrainischen Behörden  werden laut Innenminister Arsen Awakow neue Panzerwagen, die mit Raketensystemen ausgerüstet sind, an die Nationalgarde liefern.
Die russische Staatsduma  (Parlamentsunterhaus) hat am Dienstag einen Gesetzentwurf über das Verbot der Zurschaustellung von faschistischen Symbolen in der Öffentlichkeit in zweiter Lesung verabschiedet.
Die Organisation für Sicherheit  und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat das Mandat ihrer Beobachter in den russischen Übergangspunkten „Donezk“ und „Gukowo“ an der Grenze zur Ukraine um einen Monat bis 23. November verlängert. Das teilte OSZE-Sprecherin Natascha Rajakovic am Mittwoch in Wien mit.
Die Waffenruhe in der  Ostukraine wird nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hauptsächlich vom ukrainischen Militär verletzt.
Die Organisation für Sicherheit  und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat keine Beweise dafür, dass die ukrainische Armee bei den Gefechten gegen Milizen im Osten des Landes die international geächtete Streumunition eingesetzt hat. Laut einer Studie der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) jedoch haben die ukrainischen Truppen bei den Kämpfen im Osten des Landes mindestens zwölf Ortschaften, darunter auch Wohnviertel der Millionenstadt Donezk mit Streubomben beschossen.
Die bislang erkundeten Reserven  Russlands reichen bei einer Jahresförderung von 600 Millionen Tonnen Öl und Gaskondensat bis 2044 aus. Diese Prognose gab Russlands Ressourcenminister Sergej Donskoi am Mittwoch auf dem Nationalen Öl- und Gaskongress in Moskau.
Die russische Agraraufsichtsbehörde  Rosselchosnadsor hat ab Mittwoch die Einfuhr bzw. den Transit von pflanzlichen Produkten aus der Ukraine vorübergehend eingeschränkt. Nach Angaben der Behörde führt die Ukraine illegale Re-Exporte von europäischen Produkten durch.

Artikel der Stimme Russland:
In Brüssel ist eine weitere dreiseitige  Verhandlungsrunde zu Gaslieferungen in die Ukraine faktisch ergebnislos zu Ende gegangen. Kiew stimmte dem Preis in Höhe von 385 Dollar je 1.000 Kubikmeter Gas zu, ist aber nicht bereit zu zahlen. Weder den Gaspreis noch die mehrere Milliarden hohen Schulden an das russische Gazprom, noch die Vorauszahlung für die Winterlieferungen. Die nächste Verhandlungsrunde wurde für den 29. Oktober anberaumt.
Die ukrainische Wirtschaft befindet sich  am Rande des Verschwindens. Die wirtschaftliche Situation, der Krieg im industriellen Zentrum des Staates und das Fehlen der staatlichen Unterstützung sind für die Entwicklung der Industrie ein großer Schlag. Ein Teil der Betriebe ging bereits zu verkürzter Arbeitszeit über, den anderen Betrieben droht das in nächster Zukunft. Das Verbot von Lieferungen nach Russland, die sinkende Nachfrage im Staat und die Tatsache, dass die ukrainischen Waren auf den europäischen Märkten nicht gefragt sind, ließen den Industriellen praktisch keine Wahl.
Schweizer Behörden haben  die Bankkonten beschlagnahmt, deren tatsächliche Inhaber der Unternehmer Boris Beresowski gewesen war, der im März 2013 in London verstorben war. Nach Angaben einer Quelle, die mit der Situation vertraut ist, soll das Geld als Kompensation für die Personen, die durch die Tätigkeit des Unternehmers in Mitleidenschaft gezogen worden sind, an Russland zurückgegeben werden.