Präsidentensprecher Peskow zur aktuellen Lage

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Präsidentensprecher Peskow hat dem CNN ein Interview gegeben, in dem er über die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten und über die von russischer Seite gewünschte Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Staaten spricht. Hier eine Auswahl:

„Niemand erwartet, dass sich die Beziehungen von jetzt auf gleich verbessern werden. Wir tragen eine sehr schwere Bürde von Meinungsverschiedenheiten auf unseren Schultern. Aber dennoch, wenn unsere beiden Staatschefs, ich meine den jetzigen russischen Staatschef Präsident Putin und den gewählten Präsidenten Trump, weise genug sind und den politischen Willen haben, miteinander zu sprechen und zu versuchen, die Probleme nicht durch gegenseitige Konfrontation, nicht in der Sprache von Sanktionen oder anderen unlogischen Dingen, die beide Seiten verletzen, zu lösen, dann haben wir letztendlich die Chance, miteinander zu sprechen und die Probleme konstruktiv zu lösen.

Im Moment scheinen sie beide sehr pragmatisch zu sein. Sie betonen beide, dass es ihre Hauptaufgabe ist, die nationalen Interessen zu schützen. Wir haben gehört, wie Herr Trump den nationalen Interessen Amerikas höchste Priorität zumaß, und dasselbe wurde von Präsident Putin erklärt. Er sagt immer wieder, dass Russlands und der Bürger Russlands Wohlstand und ihre nationalen Interessen das Hauptziel sind und die höchste Priorität besitzen.

Gleichzeitig haben beide ihre Bereitschaft erklärt, gute Beziehungen mit anderen Ländern der Welt zu entwickeln, so weit wie dritte Länder zu gehen bereit sind. Das ist meiner Meinung nach eine sehr positive Übereinstimmung.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass Präsident Putin alles tat, um in dieser Angelegenheit neutral zu bleiben, trotz der Tatsache, dass er, ganz unerwartet von uns, persönlich eine außerordentliche Rolle in der amerikanischen Wahlkampagne spielte.

Dennoch hat er niemals seinen persönlichen Favoriten benannt und er hat sehr vorsichtig gesagt, dass Russland jede Wahl des amerikanischen Volkes willkommen heißen und sich nicht in die inneren Angelegenheiten Amerikas einmischen werde. Was wir heute haben ist eine sehr lausige Beziehung, lassen Sie mich sagen die unterste Stufe in unseren Beziehungen in den letzten zehn Jahren.

Syrien ist ein brennendes Problem und wir können uns keine Pause von mehreren Monaten leisten. Wir haben mehrere Monate vor uns und wir wollen mit der jetzt handelnden Regierung arbeiten und Putin wird mit Herrn Obama weiterarbeiten. Wir können uns nicht leisten, mehrere Monate zu warten.

Was wir bezüglich Syrien erwarten, ist eine wirkliche Zusammenarbeit, nicht nur ein Austausch von Informationen. Das genügt nicht. So können wir leider beim Bekämpfen des Terrors in Syrien nicht erfolgreich sein. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass das Versprechen, die Terroristen von der übrigen Opposition zu trennen, Realität wird.

Die russische Luftwaffe erfüllt weiter ihre Pflicht, indem sie die syrische Armee gegen die Terroristen unterstützt. Und diese Operation wird weiter fortgesetzt, auch mit dem einschränkenden Befehl des Obersten Russischen Kommandeurs, Präsident Putin, den Beschuss anzuhalten und die Terroristen in Ost-Aleppo nicht mit Militärjets zu bombardieren.“
(hmw/russland.news)

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.