Putin: Milde gegenüber den festgenommenen Greenpeace-Aktivisten

image_pdfimage_print

Moskau. Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich für Milde gegenüber den in Russland verhafteten Greenpeace-Aktivisten eingesetzt. Diese sind in Russland nach ihrem versuchten Protest auf einer russischen Ölplattform wegen Rowdytums angeklagt. Laut dem russischen Präsidenten sollten sie wegen ihrer edlen Ziele nicht zu hart bestraft werden.

Bei einem Treffen mit russischen Literaten kommentierte Wladimir Putin die bisherige Freilassung von einigen Aktivisten: „Haben sie edle Ziele verfolgt? Ja. War es richtig von ihnen, auf die Plattform zu klettern? Nein. Aber natürlich sollte der Staat Milde zeigen.“

Von der 30 Mitglieder zählenden Besatzung des Schiffs Arctic Sunrise, welches unter niederländische Flagge fuhr, kamen bisher eine Brasilianerin, eine Finnin, ein Franzose, ein Pole, ein Neuseeländer, ein Kanadier, ein Italiener, zwei Argentinier und drei russische Crewmitglieder  auf Kaution frei, dieses teilte Greenpeace mit.

Ein Greenpeace-Team hatte vor über einen Monat am 18. September in der Petschorasee die Bohrinsel „Priraslomnaja“ des russischen Ölproduzenten Gazprom Neft Shelf zu erklimmen versucht, um gegen Ölbohrungen in der Arktis-Region zu protestieren.

Einen Tag darauf stürmten russische Grenzschützer die „Arctic Sunrise“ und schleppten das Schiff in den Hafen von Murmansk. Die 30 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und in verschiedene Gefängnisse in der Region Murmansk inhaftiert. Anschließend wurden die Aktivisten nach St. Petersburg verlegt, da das Gericht in der Newa-Stadt für Prozesse dieser Art in Russland zuständig ist.

Ursprünglich waren die Umweltschützer wegen  Piraterie angeklagt. Später wurde die Anklage auf „Rowdytum“ abgeändert, damit könnten die Aktivisten bis zu sieben Jahre Haft verurteilt werden.

Die Niederlande, als Flaggenstaat der „Arctic Sunrise“ hatte den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg angerufen, um eine Freilassung des Schiffes und der Mannschaft zu erreichen. Am heutigen Freitag tagt der Seegerichtshof erneut zum Fall  der „Arctic Sunrise“.