Portugal brennt – Russland löscht

Foto: commons.wikimedia/Aleksandr Markin CC BY-SA 2.0Foto: commons.wikimedia/Aleksandr Markin CC BY-SA 2.0
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Im Süden Portugals haben sich, bei Temperaturen von über 35 Grad Celsius, verheerende Waldbrände entfacht. Bereits vier Menschen mussten die Naturkatastrophe mit ihrem Leben bezahlen, weit über 300 trugen bisher Verletzungen davon. Unverzüglich entschloss sich Russland zu handeln.

Auf Anfrage der zuständigen portugiesischen Behörden entsandte das russische Zivilschutzministerium zur Unterstützung der örtlichen Kräfte zwei seiner Amphibienflugzeuge vom Typ Berijew Be-200 CS in das südportugiesische Katastrophengebiet, wie ein Pressesprecher des Ministeriums gestern mitteilte.

Die Waldbrände, die inzwischen eine Fläche von der Größe Hamburgs zerstört haben sollen, wurden durch die anhaltende Dürre sowie die extrem hohen Temperaturen begünstigt. Insgesamt seien bisher rund 200 Brandherde in ganz Portugal lokalisiert worden. Während im Norden allmählich Entwarnung gegeben werden kann, toben die Brände im Süden, vor allem in den zahlreichen Pinien- und Eukalyptuswäldern, unvermindert weiter.

Eine Autostunde südlich von Porto, in den Touristenregionen an der Algarve, sei die größte Feuerfront, wie die Feuerwehr der Region Agueda mitteilte. Etwa 3000 Einsatzkräfte bekämpfen nicht nur die Feuerwalze, sonder versuchen auch die unzähligen kleinen Brandherde unter Kontrolle zu bringen, bevor sich diese zu einem flächendeckenden Inferno ausweiten können.

Die russischen Mehrzweck-Löschflugzeuge die nun Unterstützung versprechen, haben acht Tanks die über ein Fassungsvermögen von insgesamt 12.000 Litern Wasser verfügen. Die Maschinen wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach erfolgreich eingesetzt. So konnten sie schon in den Jahren 2006 und 2007 in Portugal Waldbrände eindämmen, ebenso wie die verheerenden Wald- und Torfbrände 2010 im Süden Russlands.

[mb/russland.RU]

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.