Poroschenko hofft auf Treffen mit Putin noch im Juni

Petrj Poroschenko 2010 Münchner Sicherheitskonferen Foto: Wikipedia Kathrin Möbius
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Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission (ZIK) hat der Oligarch Petro Poroschenko 54 Prozent der Stimmen erhalten. Die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko folgt ihm auf Platz zwei mit nur 13 Prozent. Ihr schlechtes Ergebnis und der dritte Platz des Chefs der Radikalen-Partei, Oleg Ljaschko, sind nach Einschätzung von Experten die größten Überraschungen der Abstimmung.

Poroschenkos Mitstreiter und Gegner sind sich aber einig, dass er es an der Machtspitze viel schwerer haben wird, als alle seine Vorgänger zusammen, denn im Osten der Ukraine tobt immerhin ein regelrechter Bürgerkrieg. Von den ersten Schritten des neuen Staatschefs zur Befriedung der östlichen Gebiete hängt ab, ob seine Wähler ihn weiterhin unterstützen werden. „Ich werde mein Bestes tun, um ihr (der Einwohner der Ostukraine) Vertrauen zu gewinnen“, versicherte Poroschenko. „Waffen werden nur gegen Terroristen und Mörder eingesetzt.“ Zugleich plädierte er für die Fortsetzung der Anti-Terror-Operation, ergänzte allerdings, dass sie „eine Stunde und nicht zwei Monate dauern sollte“.

Eine solche Entwicklung der Situation samt der Rückkehr der Krim in die Ukraine durch juristische Verfahren zählte der designierte Staatschef auf seiner ersten großen Pressekonferenz in Kiew zu seinen wichtigsten Aufgaben. Zugleich äußerte Poroschenko die Hoffnung, dass sein erstes Treffen mit dem russischen Amtskollegen Wladimir Putin bereits im Juni stattfindet. „Russland ist unser größter Nachbar. Wir müssen den Krieg stoppen und der ganzen Ukraine wieder Frieden und dem Osten Stabilität schenken. Ohne Russland ist das aber unmöglich“, betonte er.

Im Poroschenko-Team gibt es keine unbekannten Personen: Sie alle hatten einst für den Präsidentschaftswahlsieg Viktor Juschtschenkos und später für den von Julia Timoschenko gekämpft. Zu den bevorstehenden Ernennungen sagte der designierte Staatschef vorerst nichts. Nur Arsseni Jazenjuk wird nach seinen Worten weiterhin Premier bleiben. Zudem versprach Poroschenko eine vorgezogene Parlamentswahl bereits in diesem Jahr.

Wahlverliererin Timoschenko hat sich bei ihren Mitstreitern bedankt und sie aufgerufen, daran zu denken, wie sich die Ukraine weiter vorwärts bewegen werde. Sie hat Poroschenko noch nicht zum Wahlsieg beglückwünscht, wird das aber nach ihren Worten unmittelbar nach der offiziellen Bekanntgabe der Wahlergebnisse tun.

Sergej Tigipko, der bei der Präsidentschaftswahl 2010 noch auf dem dritten Platz landete, musste sich diesmal mit nur Platz fünf begnügen. Er sagte allerdings, dass sein Wahlergebnis anders gewesen wäre, wenn die Einwohner der Gebiete Donezk und Lugansk an der Abstimmung teilgenommen hätten.
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