Poroschenko hintertreibt den Waffenstillstand bewusst – so ein Experte

Am 23. August einigten sich die Mitglieder der Kontaktgruppe für die Beilegung der Krise im Osten der Ukraine auf eine weitere Waffenruhe im Donbass. Ab Mitternacht zum 25. August, zu Beginn des neuen Schuljahres, sollte eine Waffenruhe gelten, die sogenannte „Schul-Feuerpause“. Die Verstöße gegen die Waffenruhe waren jedoch zahlreich. Schon am 25. August Nachmittag meldeten die Vertreter der selbsternannten Donbass-Republiken, ihre Territorien würden weiterhin von ukrainischen Streitkräften bombardiert.

Alexey Chesnakov, der Direktor des Russischen Zentrums für Aktuelle Politik, ist der Auffassung, dass Poroschenko ganz bewusst die Vereinbarung vom 23. August hintertreibt, um durch eine Verschlechterung der Situation argumentieren zu können, dass die von ihm immer wieder geforderte bewaffnete UN-Friedenstruppe notwendig sei.

Er verwende die von ihm selbst zu verantwortenden Zwischenfälle zynisch, um auf der kommenden UN-Generalversammlung seinen Vorschlag, eine UN-Friedenstruppe in der Konfliktzone zwischen Kiew und Donbass einzusetzen, durchzusetzen Außerdem wolle er damit zeigen, dass die OSZE nicht in der Lage sei, die ihr gestellte Aufgabe der Konfliktbewältigung zu lösen.

Diese Tatsache sollte bei den weiteren Gesprächen mit den ‚Normandie-Vier‘-Ländern (Frankreich, Deutschland, Russland, Ukraine) im Rahmen des Minsk-Prozesses berücksichtigt werden“, erklärte er.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.