Platzeck kandidiert für den Vorstandsvorsitz des Deutsch-Russischen Forums

»Offenheit ohne gegenseitige Belehrung« als Dialogprinzip mit Russland - Wahl im März

image_pdfimage_print

BERLIN/POTSDAM  Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D., wird im März für den Vorsitz des Deutsch-Russischen Forums e.V. kandidieren. Das gab Platzeck jetzt in Potsdam bekannt. Er will damit die Nachfolge des bisherigen Vorsitzenden Dr. Ernst-Jörg von Studnitz antreten, der sein Amt nach über 10jähriger Tätigkeit aufgeben möchte.

»Das Deutsch-Russische Forum gehört seit 20 Jahren zu den renommiertesten Plattformen in der deutsch-russischen Zusammenarbeit. Es wäre eine große Herausforderung und Ehre für mich, mich gemeinsam mit dem Deutsch-Russischen Forum e.V. für die Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen und den Dialog auf Augenhöhe einzusetzen«, so Platzeck. Die Kandidatur wurde ihm vom Vorsitzenden des Kuratoriums des Deutsch-Russischen Forums e.V., Dr. Bernhard Reutersberg, angetragen. »Wir freuen uns, eine herausragende Persönlichkeit des öffentlichen Lebens für die wichtige Aufgabe der Führung des Forums zu gewinnen, die sowohl in der deutschen wie in der russischen Politik Gewicht hat«, betont Reutersberg.

Platzeck hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für eine gute und differenziert zu betrachtende deutsch-russische Partnerschaft stark gemacht. Zuletzt war er Vorsitzender der Deutsch-Russischen Freundschaftsgruppe im Bundesrat und würdigte beim 13. Petersburger Dialog in Kassel als Festredner die Wichtigkeit der deutsch-russischen Beziehungen. »Ich würde mir sehr wünschen, dass wir als liberal gesinnte Westeuropäer einmal einen vertieften Wertedialog mit den russischen Eliten führen würden. Würden wir untereinander offener reden, ohne gegenseitige Belehrungen und Beschimpfungen, würden wir vielleicht entdecken, dass wir einander gar nicht so fremd sind«, sagte Platzeck bei seiner Rede in Kassel.

Unter der Leitung des ehemaligen Botschafters Dr. Ernst-Jörg von Studnitz hat sich das Deutsch-Russische Forum e.V. neben dem Petersburger Dialog e.V. zu einer entscheidenden Schnittstelle der bilateralen Kooperation zwischen Deutschland und Russland entwickelt. Studnitz hatte im vergangenen Jahr im Zuge des 20jährigen Bestehens des Forums deutlich gemacht, dass bei aller Kritik tragende und gute deutsch-russische Beziehungen von elementarer Bedeutung für die Verbindungslinien Deutschland-Russland sind. Studnitz wird sich weiterhin für die deutsch-russische Partnerschaft einsetzen.

Bei der Mitgliederversammlung des Deutsch-Russischen Forums e.V. Mitte März in Berlin wird der neue Vorsitzende des Vorstands gewählt. Wahlberechtigt sind 383 Mitglieder des Forums.
Biografie Matthias Platzeck:

Geboren am 29. Dezember 1953 in Potsdam. Politische Laufbahn begann im April 1988 als Gründungsmitglied der Potsdamer Bürgerinitiative ARGUS sowie der AG Pfingstberg. Von 1990 bis 1998 war er Umweltminister in Brandenburg, von 1998 bis 2002 Oberbürgermeister in Potsdam. 1995 trat er der SPD bei. Von Juli 2000 bis August 2013 war er Landesvorsitzender der SPD Brandenburg und von November 2005 bis Mai 2006 Bundesvorsitzender der SPD. Als Ministerpräsident des Landes Brandenburg war er von Juni 2002 bis August 2013 im Dienst und hatte von 2010 bis 2013 den Vorsitz der Deutsch-Russischen Freundschaftsgruppe im Bundesrat inne.