Petersburger Nachtduell wirft Zenit aus der Europa League

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Mit einem fulminanten 2:2 verabschiedet sich Zenit St. Petersburg aus dem europäischen Wettbewerb. In einer spannenden zweiten Halbzeit kurz vor Mitternacht im heimischen Petrowski-Stadion sah es lange nach einem Triumph der Gastgeber aus, bevor diese eine plötzliche Konzentrationsschwäche zeigten und von Sevilla eiskalt bestraft wurden – nach dem Hinspiel, das die Spanier mit 2:1 für sich entschieden hatten, muss sich Zenit von der internationalen Arena verabschieden.

Für die Platzherren begann die auf 22.05 Uhr Ortszeit angesetzte Partie denkbar unglücklich – Verteidiger Luis Neto erlaubte sich ein dummes Foul im Strafraum, Carlos Bacca verwandelte den anstehenden Elfmeter, und schon lag Zenit nach nur sechs gespielten Minuten im Hintertreffen. Die Spanier zogen sich in die Defensive zurück und ließen Zenit kaum über die Mittellinie. Ein paar gefährliche Gegenangriffe des amtierenden Europa-League-Siegers scheiterten an der gut gestellten Petersburger Abwehr.

Nach der Pause drehte Zenit auf und stürzte mit allen Kräften nach vorn. Nach der etwas zähen ersten Hälfte sahen die Zuschauer nun ein schnelles und angriffsbetontes Spiel. Das machte sich bezahlt: bereits in der 48. Minute nutzte Rondón einen Fehler von Sevillas Keeper Beto und besorgte den Ausgleich. In der 72. Minute donnerte Hulk den Ball unter die Latte ins Netz.

Jetzt stand es unentschieden in der Serie, Zenit stürmte weiter auf das Tor der Gäste, konnte aber trotz zahlreicher Chancen nichts Zählendes mehr herausholen. Im Gegenteil nutzten die Gäste eine kurze Konzentrationsschwäche und erzielten bei einem Gegenangriff in der 86. Minute das Tor, das ihnen den Einzug ins Halbfinale bescherte.

Als der Schlusspfiff ertönte, zeigten die Uhren in Petersburg fast schon Mitternacht an. Für einen komfortablen Nachhauseweg hatte die Stadt gesorgt, die wohlweislich angeordnet hatte, die Fahrzeiten von Metro und Nachtbussen zu verlängern. Nach Angaben des Stadtportals fontanka.ru beförderte die U-Bahn in dieser Nacht 2.300 „Spätheimkehrer“ aus dem Stadion; um viertel vor zwei wurden die Tore geschlossen.

[sb/russland.RU]