Petersbürgerin Annette Adar: “Aus grossen Schmerzen machen wir kleine Liedchen”

[Von Eugen von Arb] Anna ist noch ein wenig ausser Atem – sie hat eben eine Reisegruppe durch Petersburg geführt, und in zwei Stunden wird sie mit einer anderen nach Puschkin in den Katharinenpalast fahren.

Je nach Saison ist sie Fremdenführerin, Dolmetscherin oder Hochschullehrerin – eine typisch russische Kombination. Noch heute sind die Lehrerlöhne an russischen Schulen und Universitäten zuviel zum Sterben und zuwenig zum Leben. Darum nutzen viele Pädagogen die Möglichkeit, sich in der freien Zeit ein Zubrot zu verdienen.
Sie ist voll im Schuss – obschon sie den Job bald 30 Jahre macht und mit der Stadt, ihrer Kultur und ihrer Geschichte vertraut ist wie mit ihrem eigenen Kind, ist keine Spur Routine zu spüren. Sie ist ganz drin in ihrer Rolle und schildert mit leuchtenden Augen ihre Erlebnisse mit den Touristen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, die in Bussen und Booten die Stadt überschwemmen. Petersburg – Puschkin – Peterhof – Eremitage – mal individuell, mal im Bienenschwarm.

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