Patriarch Kyrill und der „Heilige Krieg“ in Syrien

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Anlässlich seiner viertägigen Englandreise hat der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. die Weltgemeinschaft zu einem „heiligen Krieg gegen den Terrorismus“ aufgerufen. Zum Abschluss seiner Reise sprach er vor Journalisten über die Rolle Russlands bei der Unterstützung der international isolierten Regierung Syriens.

„Wir müssen unsere Liebsten, unsere Verwandten, die Länder und Völker vor dem Terrorismus beschützen“, rechtfertigte das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt die russischen Bombardements der nordsyrischen Stadt Aleppo. Seiner Auffassung nach würden die Terroristen das „heilige Geschenk des Lebens“ angreifen und begrüßte die vom russischen Verteidigungsministerium angekündigte 48-stündige Feuerpause, um weitere humanitäre Maßnahmen zu ermöglichen, wie „Radio Vatikan“ verlauten ließ.

Zudem betonte Patriarch Kyrill I., dass er den Krieg in Syrien nie als „heilig“ bezeichnet habe. Ihm zufolge soll eine Ansprache von ihm im Mai in Moskau falsch verstanden und aufgrund dessen dementsprechend interpretiert und kommentiert worden sein.

Das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Kyrill I. war bei seinem Besuch in London unter anderem bei der britischen Königin Elizabeth II. sowie dem Primas der anglikanischen Kirche, dem Erzbischof Justin Welby, eingeladen worden. Anlass der viertägigen Reise war das 300-jährige Bestehen der ältesten russisch-orthodoxen Pfarrei in Großbritannien.

Die anglikanische Kirche vereinigt sowohl evangelische als auch katholische Glaubenselemente. Weltweit unterstehen der Glaubensgemeinschaft rund 385 Diözesen mit etwa 80 Millionen Mitgliedern.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.