Ostukraine: Kämpfe in Mariupol – 3 Tote [mit Videos]

Erst Aufruf zum Überlaufen - dann Eskalation mit Schusswechsel und Toten

Neue Auseinandersetzungen im Rahmen des Militäreinsatzes der Euromaidan-Regierung werden heute vor allem aus Mariupol gemeldet. Dort wollten Antimaidan-Aktivisten Soldaten zum Überlaufen bewegen – ein Schusswechsel mit drei Toten war die Folge.

Wie die örtliche Onlinezeitung Mariopolskaja Schisn berichtet, wurden zunächst die Soldaten per Megafon zum Wechsel auf die Seite der Antimaidaner aufgefordert. Später warfen Provokateure Molotow-Cocktails in Richtung Kaserne, woraufhin auf sie das Feuer aus Maschinengewehren eröffnet wurde. Auch Antimaidaner waren bewaffnet und feuerten. Von der nächtlichen Aktion gibt es ein Amateuvideo:

Im Rahmen der nächtlichen Auseinandersetzung kam es auch zu zahlreichen Verhaftungen. Einige Projektile trafen umliegende Wohnhäuser, die dann von den Bewohnern geräumt werden mussten, da auch ein Gasleck entstand.

Stimmung in Mariupol angespannt

Auch in Mariupol ist die örtliche Stimmung aufgeheizt. Der Anführer der örtlichen Antimaidan-Fraktion, Dimitry Kusmenko, sitzt wie andere Oppositionelle seit einiger Zeit in Haft. Die Inhaftierung verminderte den Druck der Antimaidan-Opposition natürlich nicht und sie versuchten ihre Stadtführung zunächst erfolglos zu bewegen, sich den Donezkern und ihrer Unabhängigkeitserklärung anzuschließen. Auch hatte sie zahlreiche soziale Forderungen, wie nach rechtzeitiger Zahlung von Renten, Gehältern und Sozialleistungen. Das Blutvergießen in der Nacht sei jedoch von der örtlichen Opposition nicht gewollt gewesen und die Eskalation auf Antimaidan-Seite von Auswärtigen ausgegangen, ist in der örtlichen Zeitung zu lesen.

Die örtliche Antimaidan-Opposition hat Unterstützung in breiten Teilen der Bevölkerung. Die Verwaltungsgebäude in Mariupol sind von Barrikaden und Posten der Antimaidaner besetzt. Die Situation ist heute angespannt, die Verwaltung arbeitet jedoch weiter.

Update 12:55 Uhr MESZ

Weitere Berichte zu den Vorkommnissen in Mariupol bestätigen die Angaben über drei Tote. Es soll weiterhin 13 Verletzte und 63 Verhaftete gegegeben haben. Zu dieser Zeit hielten sich an der betreffenden Kaserne etwa 500 Antimaidaner auf. Es gibt auch ein weitere Amateurvideo: